Nach zwei Wochen Kapstadt Sightseeing wollen wir uns eine kleine Ruhepause gönnen und gleichzeitig das Hinterland erkunden. Auf Empfehlung entscheiden wir uns für das Grootbos Private Nature Reserve in der Nähe von Gansbaai. Hier kommen wir auch gleich noch in den Genuss der einzigartigen Natur der Kapregion.

Das Grootbos Private Nature Reserve liegt 2 Autostunden von Kapstadt entfernt. Wir nehmen die N2 und fahren den Sir Lowry’s Pass. Von der Passhöhe hat man einen schönen Blick auf die False Bay.

Sir Lowry's Pass

False Bay

Weiter geht es durch das Apfelanbaugebiet Elgin Valley. Im Peregrine Farm Stall legen wir eine Pause ein. Im Bauernmarkt werden die Äpfel der Region verkauft und im Café kann man frischen Apple-Pie genießen. Auf dem Gelände befindet sich noch eine Gärtnerei, ein Rosengarten und ein Dekoladen zum Stöbern.

Peregrine Farm Stall Elgin Valley

Peregrine Farm Stall Elgin Valley

Wir folgen der N2 weiter und biegen dann auf die R43 Richtung Atlantik ab. Unser Weg nach Grootbos führt uns auch an Hermanus, der Walhauptstadt vorbei. In der Walsaison zwischen Juni bis November kann man hier Wale vom Land aus beobachten. Wir setzen unsere Fahrt durch die grünen Hügel in Richtung Gansbaai fort.

Auf dem Weg nach Grootbos

Und dann haben wir unser Ziel erreicht. Von der Straße aus kann man oben in den Hängen das Reserve erahnen. Wir befahren die Zufahrtsstraße und folgen der Beschilderung zur Forest Lodge. Die Forest Lodge ist für Paare gedacht ist, während in der Garden Lodge Familien untergebracht sind.

Grootbos Private Nature Reserve

Am Parkplatz werden wir auch schon freundlich von einem Ranger erwartet, der uns zur Hauptlodge führt, wo wir vom Hoteldirektor persönlich begrüßt werden. Eine Mitarbeiter steht mit feuchten Tüchern bereit. Wir werden in das Restaurant geführt, wo wir noch lunchen und unseren leckeren Begrüßungscocktail bei fantastischer Aussicht auf die Walker Bay genießen können.

Walker Bay

Grootbos Begrüßungscocktail

Das Essen ist hervorragend und macht Lust auf mehr! Im Anschluss bespricht ein Ranger mit uns den Zeitplan für die nächsten Tage. Im Zimmerpreis sind neben Vollpension auch eine Reihe von Ausflügen enthalten. 4×4 Blumensafari, Höhlenbesichtigung, Ausritte, Vogelbeobachtung und verschiedene Wanderungen und Spaziergängen stehen zur Auswahl. Gegen Aufpreis werden Walbeobachtungstouren, Rundflüge und Quad Touren angeboten; auch das Tauchen mit weißen Haien ist möglich. Wir entscheiden uns lieber für einen Spaziergang durch den Milkwood Wald.

Zuvor werden wir noch zu unserer Suite gebracht. Ein verschlungener Weg durch den Wald führt zum eigenen Cottage und vermittelt das Gefühl von absoluter Privatsphäre. Die Suite besteht aus einem großem Wohnbereich mit Kamin, einem Schlafzimmer mit Baldachin-Bett und einem großzügigen Badezimmer mit Badewanne und zwei Duschen. Sowohl vom Wohnzimmer als auch vom Schlafzimmer führen Doppeltüren auf die Terrasse. Die Aussicht auf die Walker Bay raubt einem den Atem!

Blick vom Wohnbereich

Blick auf die Walker Bay

Und dann startet auch schon unser Walk mit vielen Informationen über die Milkwood Bäume – die Küstenbäume Südafrikas – und die einzigartige Fynbos-Vegetation, die nur im Südwesten Südafrikas zu finden ist. Gleich zu Beginn entdeckt unser Ranger eine giftige Puffotter direkt vor uns auf dem Weg und damit ist dann auch klar, wir sind in der Natur angekommen. Wären wir mal lieber mit Haien tauchen gegangen. 😉

Ranger Gary

Waldspaziergang
Spaziergang im Milkwood-Wald

Am frühen Abend bringt uns ein Minibus an die Küste nach De Kelders. Dort genießen wir von einer Terrasse aus mit einem Glas Sekt den Sonnenuntergang, während Delfine durchs Wasser ziehen. Es könnte nicht schöner sein!

De Kelders

Delfine in der Walker Bay

Sonnenuntergang von De Kelders

Dann ist auch schon Zeit fürs Dinner. Ohne feste Kleiderordnung werden wir in sechs Gängen mit fantastischem Essen verwöhnt. Der perfekte Ausklang eines wundervollen Tages!

Dinner

Als wir zurück aufs Zimmer kommen, sind die Vorhänge zugezogen, die Betten aufgeschlagen und eine Flasche Wasser steht am Bett bereit. Wir fühlen uns bestens umsorgt, ziehen die Gardinen jedoch gleich wieder auf, damit wir beim Aufwachen die Aussicht genießen können.

Guten Morgen!

Frühstück

Nach leckeren Eggs Benedict starten wir mit unserer ersten Tour. Die 4×4 Blumensafari im offenen Jeep steht auf dem Programm. Das Wetter ist anfangs etwas durchwachsen und wir ärgern uns, dass wir unsere Regenjacken nicht dabei haben. Aber natürlich wird hier an alles gedacht und so werden vor der Tour Ponchos verteilt. Und auf Wunsch eines Teilnehmers wird die Tour von einer deutschen Dolmetscherin begleitet. Toller Service!

Dann düsen wir mit dem Geländewagen in die einzigartige Fynbos-Landschaft (Fynbos = feiner Busch). 2500 Hektar Natur und über 750 Blumenarten warten auf uns.

Fynbos-Landschaft

Geführt wird unsere Blumensafari von der wunderbaren Jo. Mit viel Witz und absoluter Leidenschaft bringt sie uns diesen ganz besonderen Fleck Erde nahe. Und sie schafft es sogar, dass selbst Pflanzenmuffel wie mein Mann interessiert bei der Sache sind. Nach zwei Stunden sind wir Fynbos-Profis, wissen warum Buschfeuer so wichtig sind und gehen mit offenen Augen durch diese sagenhafte Natur. Diese 4×4 Blumensafari ist ein absolutes Highlight des Aufenthalts, das man nicht verpassen sollte.

Ranger Jo in ihrem Element

Zwischendurch gibt es noch ein kleines Picknick mit Orangensaft und selbstgebackenen Keksen.

Picknick-Pause

Nach der Blumensafari ist schon wieder Zeit für Lunch, bevor wir zur nächsten Tour aufbrechen. Eigentlich sind wir gar nicht hungrig, aber das Essen ist so lecker… 🙂

Grootbos steht nicht nur für Erholung, sondern hat sich auch dem nachhaltigen Tourismus verschrieben. So sorgt die Grootbos Foundation mit drei verschiedenen Projekten für den Erhalt der Pflanzenvielfalt, die Bildung der Einheimischen und die Herstellung von organischen Lebensmitteln. In der Social Responsibility Tour erfahren wir, wie diese Dinge umgesetzt werden.

Unseren ersten Stopp machen wir beim Green Futures Projekt. In der Gärtnerei werden 12 Schüler im Gartenbau unterrichtet. Sie erhalten zudem Hilfestellung in Computerbenutzung und Hauswirtschaft und verbessern somit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Green Futures

Green Futures

Bei Growing the Future werden Frauen aus der Umgebung mit der biologischen Landwirtschaft vertraut gemacht. Dabei werden viele Lebensmittel hergestellt, die später im Restaurant auf den Tisch kommen. Es gibt Gemüsebeete, Hühner, Schweine und sogar das eigene Grootbos Wasser und Honig werden hier hergestellt. Im Gewächshaus entdecken wir die Kräuter, mit denen unser Abendessen später liebevoll garniert wird.

Das dritte Projekt ist die Football Foundation: Auf einer von Grootbos errichteten Sportanlage in der Gemeinde Gansbaai werden die Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen Sportarten von der Straße geholt und erhalten eine Nachmittagsbeschäftigung.

Grootbos Football Foundation

Grootbos Football Foundation

Wir treffen eine Mitarbeiterin der Foundation, die uns mit vielen zusätzlichen Infos versorgt. Dadurch überziehen wir reichlich und sind nicht rechtzeitig zum nächsten Ausflug (Höhlenbesichtigung) zurück. Unser Ranger bietet uns jedoch spontan an, die Caves dennoch zu besichtigen. Perfekt! Bevor wir in die Höhlen hinabsteigen, bestaunen wir zunächst die raue Küste.

Küste De Kelders

Küste De Kelders

Küste De Kelders

Circa 200 Stufen geht es nach unten an den Strand. Dann noch über einige lose Steine bis man die Klipgat Höhlen erreicht hat. Die von Wellen ausgespülten Felsen sollen schon vor 70.000 Jahren von Steinzeitmenschen bewohnt worden sein.

Klipgat Höhlen

Klipgat Höhlen

Wieder zurück in der Lodge schwimme ich noch ein paar Runden im Pool und dann steht schon das letzte Dinner an. 🙁

Infinity-Pool

Am nächsten Morgen genießen wir noch einmal den tollen Blick aus unserem Zimmer. Beim Frühstück stärken wir uns für den letzten Ausflug. Es wird schmutzig! Wir werden mit dem Quad Bike das Gelände erkunden.

Frühstück

Ich fahre das erste Mal Quad Bike und stelle mich bei den ersten Übungsrunden ziemlich ungeschickt an. Aber schnell habe ich den Dreh raus und dann geht es auch schon los. Im ersten Teil jagen wir durch den Milkwood Wald, weichen Ästen aus und fahren über Wurzeln und durch Schlammlöcher. Dann erklimmen wir über Schotter und Steinbrocken einen Berg und werden mit einem tollen Panorama belohnt. Nach zwei Stunden sind wieder zurück; absolut eingedreckt, aber glücklich. 🙂

Quad Bike Tour

Quad Bike Tour

Quad Bike Tour

Goodbye Grootbos! Drei wundervolle Tage in ganz besonderer Natur mit herzlichen Mitarbeitern und fantastischem Essen gehen zu Ende! Ich fühle mich ein bisschen wie nach einer Kreuzfahrt, wenn ich nicht von Bord gehen will. Bitte schubst mich nicht in die Realität zurück.

Hier noch ein paar Eindrücke aus Grootbos:

Für uns geht es an der Küste entlang zurück nach Kapstadt. Diesmal halten wir in Hermanus an und machen einen kleinen Spaziergang. Da gerade keine Walsaison ist, müssen wir mit ein paar Dassies, die hier herumtollen, vorlieb nehmen. Kleine Läden und Souvenirstände laden zum bummeln ein, und es gibt leckeres italienisches Eis. 🙂

Hermanus

Hermanus

Von der R43 biegen wir links auf die R44 ab und bleiben weiter am Atlantik. In Betty’s Bay leben am Stony Point südafrikanische Brillenpinguine. Schilder am Straßenrand weisen den Weg. Von dem bis 17 Uhr geöffneten Holzsteg aus, kann man unzählige Pinguine beobachten. Der Eintritt kostet 10 Rand. Achtung, wer nach 16:30 Uhr kommt, wird nicht mehr reingelassen. Das Heranfahren kann sich trotzdem lohnen, denn schon vor dem Eingang begrüßen uns ein paar putzige Frackträger.

Stony Point Pinguinkolonie

Stony Point Pinguinkolonie

Stony Point Pinguinkolonie

Die R44 ist eine der schönsten Küstenstraße der Welt. Links die unendliche Weite des Atlantiks und rechts die grünen Berge des Kogelberg Nature Reserves. Da wundert es auch nicht, dass wir kurz im Stau stehen, weil für den Dreh eines Auto-Werbespots die Straße gesperrt wird.

Küstenstraße R44 in Südafrika

Küstenstraße R44 in Südafrika

Und während wir das schöne Panorama aufsaugen, entdecken wir Delfine, die durchs Wasser springen.

In Gordons Bay verlässt die R44 die Küste. Wir halten bei einer kleinen Fischerei, um frischen Fisch zu essen. Der Andrang ist groß, aber das Warten lohnt sich.

Ooskus Fish&Chips in Gordons Bay

Damit geht unser Ausflug zu Ende. Aber wir schmieden schon neue Pläne: Wir müssen im südafrikanischen Herbst wiederkommen, wenn die Wale zum Kalben die Walker Bay besuchen und auf Grootbos das blühende Heidekraut den Fynbos in ein fliederfarbenes Tuch verwandelt!

Mehr über Kapstadt und Südafrika erfahrt ihr in den weiteren Reiseberichten:

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2 Kommentare

  1. Renate Buchholz

    Hallo Anja, man möchte gar nicht aufhören zu lesen und die schönen Bilder anzuschauen, toll gemacht…Wir wollen im Nov./Dez. dieses bezaubernde Land bereisen, danke für die vielen Tipps und Hinweise.
    Ich werde öfter mal die Seite schauen
    Herzliche Grüße aus Schulzendorf von Renate

    • Hallo Renate,

      vielen Dank für dein nettes Feedback.

      Ich schaffe es hoffentlich bald die restlichen Berichte über Kapstadt und Umgebung zu veröffentlichen.

      Liebe Grüße Anja

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