Kurz nach Mitternacht finde ich eine nette Mail von Flixbus in meinem Posteingang. „Hallo Anja, heute fährst du von Konstanz nach Berlin!“ Nicht, dass ich eine Erinnerung bräuchte, denn es ist der Beginn einer 8-wöchigen Tour, die uns nach Berlin, Hamburg, Süd-England, Florida, Island und auf die Norwegian Escape führt. Aber alles beginnt mit einer Nachtfahrt im Flixbus nach Berlin.

Warum? Ja, das hab ich mich die letzten Stunden auch gefragt. Zum einen war da die Neugier. Die Fernbusse weiten ihr Netz auf Europa aus. Da wir am Bodensee doch sehr zentral wohnen, könnten die neuen Busverbindungen eine gute Möglichkeit sein, um einfach mal ans Meer zu fahren oder eine Europa-Metropole zu besuchen.

Zum anderen wusste ich, wie bequem es ist. Ich habe den Flixbus schon für kürzere Strecken genutzt. Es gibt kostenfreies Wifi an Bord und ausreichend Platz, um das Notebook aufzuklappen. Drittens habe ich die Vorstellung, dass eine Nachtfahrt kein großer Zeitkiller ist. Ich kann den vollen Tag noch Zuhause nutzen, arbeite im Bus noch ein bisschen und schlafe einen Großteil der Strecke. Und 4. es ist ein weiteres Fortbewegungsmittel auf unserer Liste. Denn in den nächsten zwei Monaten bringt uns der Bus nach Berlin, der Zug nach Hamburg, der Flieger nach England und Island und das Kreuzfahrtschiff über den Atlantik nach Miami.

Gesagt, getan! Das Ticket für die Strecke Konstanz-Berlin kostet online 28 Euro pro Person. Dafür dürfte ich zwei große Gepäckstücke und ein zusätzliches Handgepäck mitnehmen. Günstig und auch noch grün! Wie es in der Erinnerungsmail stand, sind wir ca. 15 Minuten vor Abfahrt am Busbahnhof. Auf der App können wir checken, ob der Bus sich eventuell verspätet.

Dem ist nicht so: Der Bus kommt pünktlich und wir geben unsere Koffer auf. Und wie es sich für eine umweltbewusste Fahrt gehört, werden die Tickets nicht ausgedruckt, sondern können in der App aufgerufen und eingescannt werden. „Dann können Sie gerne einsteigen. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt.“ Danke, na dann schauen wir mal.

Unser Flixbus nach Berlin

Wir suchen uns eine Platz unten, dann kann ich dem Busfahrer über die Schultern schauen. 😉 Aber das zweiköpfige Team macht einen seriösen Eindruck. Der Bus ist neu, sauber, nicht voll, aber gut gefüllt. Unbewusst sichern wir uns eine Platzreihe mit Steckdose! Jackpot! Die oberen Ablagefächer sind zu schmal um unser Handgepäck unterzubringen, daher muss es mit in den Fußraum. Da der aber reichlich ist, stört das nicht wirklich.

Über den Lautsprecher werden wir begrüßt und informiert. Man kann an Bord Getränke und Snacks kaufen. Ich logge mich ins kostenfreie Wlan ein, dabei entdecke ich, dass es ein Entertainmentangebot mit Filmen und Musik gibt. Ich hole aber den Laptop raus und beginne zu schreiben. Selbst als mein Vordermann die Rücklehne etwas zurückstellt, habe ich noch Platz.

Die Fahrt verläuft reibungslos. In München wird der Bus voll. Wir machen zwei längere Pausen, bei denen man sich die Beine vertreten und frische Luft schnappen kann. Da wir zwischen München und Leipzig keine weiteren Haltestellen anfahren, bekomme ich auch etwas Schlaf. Fast schon erschreckend pünktlich erreichen wir den ZOB in Berlin. 😉

Fazit

Insgesamt ein gelungenes Experiment! Natürlich schlaucht eine 12-Stunden-Fahrt im Bus und so würde ich nicht direkt in den nächsten springen wollen. Wir sind aber ohne Komplikationen, bequem, günstig und umweltbewusst gereist. Unser Plan mit der Nachtfahrt ist aufgegangen. Wir konnten den Tag noch Zuhause nutzen, dank Wlan im Bus arbeiten und haben sogar ein bisschen geschlafen.

 

Berlin

In Berlin habe ich drei Jahre lang gewohnt. Es gibt also kein typisches Touriprogramm, sondern ich nutze die Zeit, um ein paar meiner Lieblingsmenschen und -läden zu besuchen. Die besten Burger der Stadt gibt’s bei Marienburger im Prenzlauer Berg. Eine Querstraße weiter ist bei Godshot der beste Kaffee Zuhause.

Ein opulentes Frühstück im Tomasa (es gibt mehrere Restaurants über die Stadt verteilt) muss sein. Berlin ist voll von kleinen, individuellen Läden, in denen man lecker und ausgefallen essen und gemütlich sitzen kann.

Berlin-Breakfast

Ganz ohne Sightseeing geht es nicht. Ich mache einen Spaziergang durch das herbstliche Berlin, der an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführt. Wer also nur wenig Zeit in der Hauptstadt hat, folgt mir:

Wir beginnen am Alexanderplatz, der vom Fernsehturm überragt wird. Übrigens kann man oben in einem drehenden Restaurant essen und dabei Berlin bewundern.

Berliner Fernsehturm

Vorbei an der St. Marienkirche geht es über die Karl-Liebknecht-Straße weiter zum Berliner Dom. Hier überqueren wir das erste Mal die Spree.

Am Lustgarten biegen wir kurz rechts auf die Museumsinsel, wo – wie der Name schon sagt – verschiedene Museen, wie das Bode-Museum, das Pergamonmuseum, die Alte Nationalgalerie und viele mehr zu finden sind.

Wieder zurück laufen wir „Unter den Linden“ weiter geradeaus und passieren dabei die Friedrichstraße mit ihren vielen Geschäften. Ich kann besonders das Kulturkaufhaus Dussmann empfehlen und der bekannte Friedrichstadt-Palast führt hier seine Revuen auf. Unter den Linden steuern wir auf das Brandenburger Tor. Am Pariser Platz steht auch das Luxushotel Adlon.

Wir durchschreiten das Brandenburger Tor und könnten jetzt rechterseits zum Deutschen Bundestag mit seiner imposante Glaskuppel laufen. Wir allerdings halten uns links und schlendern die Ebertstraße entlang Richtung Potsdamer Platz. Dabei kommen wir am Holocaust-Mahnmal vorbei. Am Potsdamer Platz endet unser Spaziergang.

Wir sind gut 4 km gelaufen und vom Startpunkt Marienkirche am Alexanderplatz immer geradeaus der Karl-Liebknecht-Straße gefolgt, die zu „Unter den Linden“ wird und am Brandenburger Tor endet. Dort sind wir links abgebogen um zum Potsdamer Platz zu gelangen. Easy going!

Für uns war Berlin nur ein Zwischenstopp auf einer 8-wöchigen Rundreise. Wir werden Südengland erkunden, eine Transatlantik-Kreuzfahrt machen, durch Florida reisen und zum Schluss noch Island besuchen.

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