In Vancouver beginnt am 1. September 2014 unsere zweiwöchige Alaska-Kreuzfahrt. Wir sind knapp eine Woche vorher angereist, um die drittgrößte kanadische Stadt zu erkunden.

Nach einem 11-Stunden-Direktflug mit Edelweiss von Zürich kommen wir am 26. August 2014 abends in Vancouver an. Für 35 Kanadische Dollar (CAD) lassen wir uns mit dem Taxi vom Flughafen nach Downtown zu unserem Hotel bringen. Wir haben uns gegen einen Mietwagen entschieden, weil die Stadt sehr gut zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet werden kann. Einchecken, Koffer abstellen und zum False Creek, in dessen Nähe unser Hotel ist.

Guten Morgen, Vancouver! Wir starten bei Tim Hortons mit einem French Vanilla Cappuccino in den Tag. Im Anschluss besorgen wir uns bei Rogers eine kanadische Prepaid Datenkarte. Danach schlendern wir zum Court House und dem lebendigen Robson Square. Dort findet sich neben einer Schlittschuhbahn – die nur im Winter geöffnet hat – die Vancouver Art Gallery. Ganz in der Nähe liegt das berühmte Fairmont Hotel Vancouver.

Dann laufen wir auf der Haupteinkaufsstraße Granville Street zum Harbour Center mit dem Aussichtsdeck „The Lookout“. Im Hotel lagen Couponhefte aus und so zahlen wir statt 16 nur 14 CAD pro Person. Das ist gut investiertes Geld, denn die Aussicht ist wirklich toll und wir können uns einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Noch dazu gibt es eine kostenlose halbstündige Führung, an der man unbedingt teilnehmen sollte, weil man von den Guides viele interessante Infos und Tipps erhält. Und das Ticket ist den ganzen Tag gültig; wir werden also am Abend nochmal zurückkommen um Vancouver bei Nacht zu fotografieren.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, gehen wir zum Marine Building, das zwischen all den Wolkenkratzern wegen seines Art-déco-Stils und den Verzierungen in der Fassade auffällt. Auch unbedingt hineingehen und die Eingangshalle bestaunen, die wie ein Maya-Tempel gestaltet wurde.

Auf dem Weg zum Hafen fällt uns eine Menschenschlange vor einer Eisdiele auf. Das ist ein gutes Zeichen also stellen wir uns an. 😉 Wir sind beim „2014 International Gelato Master of the Year“ gelandet und das Eis ist wirklich weltmeisterlich.

Am Burrard Inlet beobachten wir Wasserflugzeuge beim Starten und Landen. Wir schlendern über die Promenade vom Canada Place und genießen den Blick auf den Hafenbereich und Vancouver. Von hier starten wir in 5 Tagen auch mit der Norwegian Sun! 🙂

Das nächste Ziel unserer Stadterkundungs-Tour ist das Gastown-Viertel, das historische Herz von Vancouver. Die Water Street ist schön gestaltet, mit begrünten Straßenlaternen, kleinen Läden und Restaurants. Hier steht auch die Wasserdampf-Uhr Steam Clock. Beim Abendessen im „Black Frog“ in der Seitengasse Cambie Street haben wir die Steam Clock im Blick und hören zu jeder Viertelstunde ihr Gepfeife.

Dann laufen wir noch weiter zum Maple Tree Square, wo Gassy Jack rumsteht, der Namensgeber Gastowns.

Gastown

Auf einer weniger schönen Nebenstraße gehts zurück zum Harbour Center und dem Lookout. Jetzt schauen wir uns das nächtliche Vancouver von oben an.

Dann laufen wir die ganze Granville Street zurück bis zum Hotel. Und obwohl alle Geschäfte schon geschlossen haben, herrscht gegen 22 Uhr noch viel Treiben auf den Straßen. Es laufen uns einige sonderbare Gestalten über den Weg. Vancouver ist bunt! Und wir sind müde. 😉

28. August 2014 – Heute statten wir Vancouvers Hausberg – dem Grouse Mountain – einen Besuch ab. Es wird ein freier Shuttlebus angeboten, der vom Canada Place zum Grouse Mountain fährt. Wir entscheiden uns dagegen und fahren lieber mit dem Seabus über den Burrard Inlet nach Nord-Vancouver. Seabus bedeutet in dem Fall wirklich Bus. Wir reden nicht von einer netten Fähre auf der man sich den Wind um die Ohren wehen lassen kann, während man den Blick auf Vancouver genießt. Der Seabus ist verschlossen und man kann höchstens aus dem Fenster schauen. Das Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kostet $9,75. Auf der Nordseite angekommen, genießen wir den Blick auf die Skyline von Vancouver.

Dann besuchen wir den Lonsdale Quay Market. Eine typische Markthalle in der Lebensmittel verkauft werden. Außerdem gibt es einige Shops, Restaurants, Imbiss- und Backwarenstände.

Die Buslinie 236 führt uns mit einer ca. 20-minütigen Fahrt zur Talstation des Grouse Mountain. Mit $42 ist die Bergbahn nicht gerade billig. Wenn man dann noch mit dem Sessellift ganz nach oben fahren möchte, zahlt man insgesamt $46. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten. Es gibt eine Tierstation für verwaiste Grizzlybären, geführte Spaziergänge mit den Rangers, eine wirklich humorvolle Lumberjack-Show, eine Greifvogel-Flugschau und tolle Ausblicke. Es ist natürlich ziemlich touristisch angelegt, aber dennoch eine gute Möglichkeit, ein bisschen in die kanadische Natur reinzuschnuppern, wenn man eigentlich nur auf einem Städtetrip ist. Wir haben dann auch gut 5 Stunden auf dem Berg verbracht und somit hat sich der Eintrittspreis auch gelohnt.

Grouse Mountain

Grouse Mountain

Grouse Mountain

Vom Lonsdale Quay haben wir einen tollen Blick auf Vancouver bei Nacht, bevor es mit dem Seabus zurück geht.

Skyline Vancouver

Am darauffolgenden Tag stehen Chinatown, Robson Street und Stanley Park auf dem Programm. Der Weg zu Chinatown führt uns an der Holy Rosary Cathedral und der Public Library vorbei. 

Auf unserem Spaziergang fällt uns auf, dass Vancouver nicht wirklich schön, teilweise sehr dreckig und in die Jahre gekommen ist. Außerdem habe ich in noch keiner anderen Stadt derart viele „merkwürdige“ Menschen gesehen. Und auch der Anteil an Obdachlosen und Bettlern ist auffallend hoch. Das ist leider auch in Chinatown nicht anders. Wir gehen unsere Runde – auch durch den Dr. Sun Yat-Sen Park – aber der Funke will nicht wirklich überspringen.

Eine gelungene Abwechslung bietet die Flaniermeile Robson Street, der wir bis zum Stanley Park folgen.

Kurz vor dem Eingang zum Stanley Park leihen wir uns Fahrräder aus und beginnen mein bisheriges Highlight unseres Vancouver-Aufenthalts. Fahrradfahren im Stanley Park ist ein absolutes Muss! Wir fahren die gesamte Seawall Promenade entlang bis zur English Bay und brauchen mit Fotostopps ca. 2 Stunden. Auf dem Weg kommen wir an den Totempfählen und der Lions Gate Bridge vorbei und können die tolle Sicht auf den Hafen, die Skyline und die wunderschöne Natur genießen.

Seawall Promenade

30. August 2014 – Heute erkunden wir das Gelände um den Meeresarm False Creek. Wir kaufen uns für $15 pro Person ein Tagesticket für den Aquabus – eine Minifähre – und schippern zur Halbinsel Granville Island. Ein altes Industriegelände wurde restauriert und zu einem Einkaufs-, Kultur- und Flanierviertel umgewandelt. Der Granville Island Public Market darf bei einem Vancouver-Besuch nicht fehlen!

Im Anschluss schlendern wir noch über das restliche Gelände, auf dem unter anderem Restaurants, Shops und Galerien in alten Lagerhäusern untergebracht sind.

Dann fahren wir mit dem Aquabus weiter zum BC Place Stadium, dort auszusteigen lohnt sich nur, wenn man eine Führung durch das Stadion machen möchte oder das Casino besuchen will. Ansonsten ist der Platz ziemlich ausgestorben, weshalb wir auch mit dem nächsten Boot gleich weiter Richtung BC Place fahren. Auch dieser Ort ist im Rahmen der Expo 1986 entstanden und leider nicht sehr belebt. Es gibt das TELUS World of Science Museum, das Kindern sicher eine Menge Spaß bietet, aber nette Cafés am Wasser sind Fehlanzeige. Lediglich in „The Village“ gibt es einige Restaurants, aber leider ohne False Creek Sicht.

Zum Sonnenuntergang spazieren wir dann noch an der English Bay entlang.

31. August 2014 – An unserem letzten vollen Tag in Vancouver geht es nochmals in die Natur. Und zwar zur Capilano Suspension Bridge, eine über den Capilano River gespannte 70 Meter hohe und 137 Meter lange Hängebrücke. Der Capilano Suspension Bridge Park liegt, wie auch der Grouse Mountain, in Nord-Vancouver. Wir nutzen den Free Shuttle Bus und freuen uns über die Infos zur Stadt, die der Busfahrer während der 20-minütigen Fahrt erzählt. Der Eintritt kostet $35.

Im Park angekommen, startet gerade die History Tour, in der wir alles über die Entstehung der Brücke und die Entwicklung zum Capilano Suspension Bridge Park erfahren. Und dann geht es über die mächtig schwankende Hängebrücke in den Regenwald, wo schon der nächste Guide wartet. In der Nature Tour bekommen wir Informationen zu Fichten und Ahornbäumen. Und wir hätten auch Fichtennadeln probieren können. 😉 Außerdem lernen wir die Bananenschnecke kennen.

Im Park gibt es dann noch mehrere Spazier- und Erlebniswege: das Treetops Adventure; eine Art Baumwipfelweg über Hängebrücken, den Spazierweg Natures Edge mit Blick auf die Capilano Suspension Bridge und River und den Cliffwalk, ein schwebender Laufsteg.

Capilano Suspension Bridge Park

Wir haben mit den beiden Führungen gut 3 Stunden im Park verbracht und es war ein wirklich interessanter Ausflug. Auch, weil es sich bei der Suspension Bridge nicht um eine für Touris hingezimmerte Hängebrücke handelt, sondern die Brücke eine Geschichte hat. Und es ist wirklich gut gelungen, die verschiedenen Spazierwege in die Natur einzubinden.

Den Abend lassen wir im Gastown ausklingen, wo wir auch unsere erste Tasse dieses Roadtrips kaufen. Morgen geht es aufs Schiff; 14 Tage Alaska-Kreuzfahrt mit der Norwegian Sun. 🙂

Tasse Vancouver

Fazit: Vancouver wird etwas überbewertet. Und mir ist auch nicht erklärlich, wie Vancouver zu einer der lebenswertesten Städte der Welt zählen kann. Es ist teilweise nicht schön, dreckig und voll von schrägen Typen, von denen zwar keine Gefahr ausgeht, die aber verhindern, dass ich mich hier wohl fühle. Die Highlights waren die Radtour im Stanley Park, der Granville Island Public Market, Grouse Mountain und die Capilano Suspension Bridge.

Vielen Dank fürs Lesen! Ich freue mich über Kommentare und wenn ihr Lust habt, werdet doch Fan von meiner Facebook-Seite und folgt mir auf Instagram.

6 Kommentare

  1. Hallo, puuuuh das ist ja viel Zeugs hier… Aber mir gefällt deine Seite jetzt schon! Ich bin zufällig hier gelandet, da wir im Mai nach Vancouver fliegen verbunden mit einem Trip nach Alaska. Also werde ich mir viel Zeit nehmen u. mir alles anschauen und durchlesen!
    Beste Grüße
    Susanne

    • Hallo Susanne,

      vielen Dank! Ja die Beiträge sind etwas umfangreich, aber sie sollen informativ sein und beim Nachreisen helfen.

      Ich wünsche dir schon jetzt eine schöne Zeit in Vancouver und Alaska.

      Viele Grüße, Anja

  2. …super Bericht mit tollen Bildern, hab das alles auch erlebt , schon dreimal !! Danke für den Kurtzurlaub!!!
    …greetings Maik

  3. Hallo Anja
    noch NIE habe ich einen Beitrag oder Kommentar irgendwo hinterlassen. Aber hier muss ich doch unbedingt etwas schreiben: EINFACH SUPER!!! deine Fotos und Erklärungen dazu. Ich werde auf jeden Fall einiges anschauen oder gleich das ganze Programm übernehmen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *