Nachdem wir in Vancouver schweren Herzen von Bord der Norwegian Sun gegangen sind, haben wir uns mit einem Taxi zur Pacific Central Station bringen lassen. Von dort ging es mit dem Greyhound Bus in einer knapp 6-stündigen Fahrt nach Seattle. Da Greyhound Busse in Filmen ja gern für Freiheit und Neuanfang stehen, wollte ich schon immer mal mit einem fahren. Und wir haben es auch nicht bereut. Der Bus fuhr pünktlich und der Busfahrer machte einen vertrauenswürdigen Eindruck. Die Sitze sind bequem mit ausreichend Beinfreiheit. Am Grenzübergang in die USA gab es ebenfalls keine Probleme. Der Bus fährt an ein eigenes Terminal und als alle Passagiere wieder im Bus saßen, ging es weiter. Die Gepäckbeschränkungen sind ähnlich wie im Flugzeug. Pro Person ein Koffer mit max. 23 kg und Handgepäck, wobei da Anzahl und Gewicht keine Rolle gespielt haben. Pro Person haben wir $17 bezahlt.

Greyhound Bus

In Seattle angekommen, sind wir in unser Hotel in der Nähe des Seattle Centers und der Space Needle eingecheckt. Und dann ab zur Cheesecake Factory; USA wir sind wieder da! 🙂

Am nächsten Morgen starten wir vom Hotel aus zum Pike Place Market. Die rund 2 km laufen wir zu Fuß. Wir haben auf einen Mietwagen verzichtet, weil die Stadt erlaufen werden kann. Zudem gibt es gute Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und das Parken ist sehr teuer.

Der Pike Place Market ist ein absolutes Muss bei einem Seattlebesuch. Auf mehreren Etagen und verworrenen Wegen sind unzählige Stände und Läden untergebracht, die neben Lebensmitteln auch ganz ausgefallene Sachen anbieten. Es macht einfach Spaß hier herumzuschlendern und immer wieder ein neues Geschäft zu entdecken. Um den Pike Place Market sind weitere Geschäfte untergebracht, unter anderem ein Souvenirladen in dem man Grey’s Anatomy OP-Kleidung kaufen kann. 🙂

Pike Place Market

Direkt gegenüber ist der erste Starbucks Coffeeshop der Welt. Wir stellen uns an, um unsere Tassensammlung zu erweitern.

World's 1st Starbucks

Vom Pike Place Market aus kann man bereits auf die Waterfront blicken, das ist unser nächstes Ziel. Getrennt werden Pike Place Market und Waterfront allerdings vom ziemlich hässlichen, stark befahrenden, zweistöckigen Alaskan Way Viaduct. Später auf unserer Tour erfahren wir, dass bereits an einem Tunnel gearbeitet wird, um das Stadtbild zu verschönern.

Alaskan Way Viaduct

Nachdem wir uns zum Wasser durchgekämpft haben, erwarten uns mehrere Piers auf denen sich das Seattle Aquarium, das Riesenrad, Restaurants und Souvenirläden befinden. Hier lässt es sich schön flanieren und man könnte auch eine Bootstour machen. Aber Wasser hatten wir in letzter Zeit genug. 😉

Wir laufen weiter und begeben uns am Fährterminal wieder Richtung Downtown zum Pioneer Square, dem ältesten Stadtteil Seattles. Dort findet sich auch das älteste erhaltene Gebäude der Stadt, das Pioneer Building.

Pioneer Square

Pioneer Building

Hier fallen uns das erste Mal die vielen Obdachlosen auf, die überall – wirklich überall – liegen und schlafen. Das setzt sich auch am Occidental Park fort.

Eine gelungene Abwechslung bietet da der kleine Waterfall Garden mit künstlichem Wasserfall der vom Sicherheitsdienst bewacht wird.

Waterfall Garden Park

Weiter geht es zum Smith Tower der seine Gäste in alten Fahrstühlen in den 35. Stock bringen soll. Leider hat er wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen.

Smith Tower

Also gehen wir weiter zum Columbia Center, dem höchsten Gebäude der Stadt. Dort kann man für $12 in den 73. Stock zu einer Aussichtsterrasse fahren.

Columbia Center

Die Ausblick ist wirklich toll, auch wenn wir wegen des trüben Wetters nicht bis zum Mount Rainer blicken können.

Seattle

Wir bleiben bis die Sonne untergeht, für ein „Seattle bei Nacht“-Foto.

Seattle

Für Tag 2 steht das Seattle Center mit seiner Space Needle auf dem Programm. Auf dem ehemaligen Expogelände finden sich viele Museen und mehrere Arenen für Veranstaltungen. Da wir am Vortag im Columbia Center beste Sicht – vor allem auch auf die Space Needle (!) – hatten, sparen wir uns die Fahrt. Sollte man mehr als ein Museum und die Space Needle besuchen wollen, lohnt sich unter Umständen ein Day Pass, denn der Eintritt kostet jeweils um die $20 pro Person.

Space Needle

Beim Ablaufen des Park-Areals stellen wir fest, dass es Seattle besser gelungen ist, das alte Expogelände zu nutzen als Vancouver. Eine Weile gucken wir den International Fountains, einem riesigen Springbrunnen mit Musik, zu.

International Fountains

Vom Seattle Center ist es möglich mit der Monorail nach Downtown zu fahren. Wir allerdings gehen weiter zu Fuß. In der Nähe ist der Hauptsitz der Bill & Melinda Gates Foundation. Das zugehörigen Besucherzentrum ist sehr interessant gestaltet und wir verbringen hier unerwartet viel Zeit.

Bill & Melinda Gates Foundation

Dann laufen wir weiter zum Lake Union; einer blaue Oase. Auf einem 11 km langen Rundweg kann man die Flussausbuchtung zu Fuß oder per Fahrrad erkunden. Es gibt einen Wasserflughafen, ein Holzbootzentrum, Restaurants und eine Hausboot-Siedlung. Der Lake Union ist mit dem Lake Union Trolley von Downtown aus erreichbar.

Lake Union

Auf dem Weg Richtung Chinatown entdecken wir am nächsten Tag den italienischen Sandwichladen Salumi. Das Anstehen lohnt sich. Chinatown dagegen lohnt sich nicht, bis auf den Uwajimaya-Supermarkt, in dem es chinesische Lebensmittel und einen Foodcourt gibt.

Chinatown Seattle

Vor dem Kobe Terrace Park steht ein Polizist, der uns fast schon anfleht, nicht in den Park zu gehen. Wir sollten uns stattdessen lieber das Bruce Lee Museum angucken. 🙂 Natürlich gehen wir trotzdem durch. Aber gesehen haben muss man den kleine Park nicht und die Aussicht ist den Aufstieg auch nicht wert.

Wir steuern zurück Richtung Downtown und gucken uns noch die Seattle Public Library an. Die ist wirklich schön gestaltet und gänzlich ungefährlich. 😉

Ein absolutes Muss ist der Besuch bei den Boeing Werken etwas außerhalb. Wir nehmen am letzten Tag unseren Mietwagen in Empfang und fahren nach Mukilteo. Dort gibt es das Future of Flight Aviation Center mit einer kleinen Ausstellung. Die Boeing Tour haben wir vorab über das Internet gebucht, was empfohlen wird und zudem etwas günstiger ist. In 1,5 Stunden wird man mit Bussen über das Boeing Gelände gefahren, kann tatsächlich in die Fertigungshallen und einen Blick auf die Produktion von 747, 777 und 787 werfen. Sehr beeindruckend! Außerdem wird man von den Guides mit vielen Informationen versorgt. If it’s not Boeing, I’m not going! 😉 Leider sind Fotoapparate auf der Tour nicht erlaubt.

Fazit: Seattle ist in 2 vollen Tagen gut zu erkunden; am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Für $2,25 kann man ein 2 Stunden Ticket direkt beim Fahrer kaufen. Von Downtown führt die Monorail zum Seattle Center. Der Pike Public Market, die Waterfront und das Seattle Center mit der Space Needle sind die Highlights. Vielleicht wäre eine Fährfahrt über den Puget Sound noch ganz schön, so kann man die Bootstour mit einem Blick auf Seattles Skyline verbinden. Etwas befremdlich fand ich die hohe Anzahl an Obdachlosen, über die man teilweise steigen muss und die überall in den Parks und auf den Gehwegen ihr Bett aufschlagen.

Hier noch unsere Seattle-Tasse; im ersten Starbucks Coffeeshop der Welt gekauft:

Exkurs Mietwagen/Einwegmiete: In Seattle starten wir unseren Roadtrip nach Las Vegas. Wir werden mehrere Bundesstaaten durchfahren und jeder Anbieter berechnet eine Einwegmiete, wenn der Wagen in Washington angemietet und in Nevada abgegeben wird. Wir haben eine Lösung gefunden, bei der keine Einwegmiete anfällt: Alamo berechnet für Fahrten zwischen Washington und Kalifornien und für Fahrten zwischen Kalifornien und Nevada keinen Zuschlag. Also haben wir zwei Mietwagen über billiger-mietwagen.de gebucht. Von Seattle nach San Francisco und von San Francisco nach Las Vegas.

Die nächsten Ziele unserer Reise sind: Olympic National Park, Portland, San Francisco, Yosemite National Park, Death Valley, Mammoth Lakes und Las Vegas.

Vielen Dank fürs Lesen! Ich freue mich über Kommentare und wenn ihr Lust habt, klickt doch auf meiner Facebook-Seite auf „Gefällt mir“ und folgt mir auf Instagram.

 

6 Kommentare

  1. Eure ausführlichen Reiseberichte sind immer wieder einmalig interessant zu bewundern.

  2. Ein sehr schöner Bericht, der Erinnerungen weckt. Wir waren dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in Seattle, weil wir diese Stadt so toll finden.

    Von der Cheesecake Factory lese ich bei Dir zum ersten Mal. Gut das wir die nicht kannten, das wäre unser Untergang gewesen 🙂

    • Hallo Heike,

      vielen Dank für dein nettes Feedback.

      Oh ja, die Cheesecake Factory ist mein Untergang! 🙂

      Viele Grüße
      Anja

  3. Sehr cooler Bericht, Seattle steht bereits ganz weit oben auf meiner Reiseliste… 🙂

  4. Hallo, toller Bericht, schöne Bild vom Musik Museum ind der Gitarren der Besten hängen!
    Wurde wieder erinnert an einen Besuch vor fünf Jahren und dieses Jahr geht wieder hin und ab Seattle mit dem Schiff nach Alaska!!!

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