Im Februar 2020 haben wir uns unser Kapstadt-Auto zugelegt – einen kleinen Geländewagen. Unsere erste Tour führt uns von Kapstadt in den 450 km entfernten Karoo Nationalpark und wird eine echte Bewährungsprobe, da der Park über mehrere 4×4-Strecken verfügt. Von Kapstadt aus folgen wir stets der N1.

Unterwegs auf der N1
Zunächst fahren wir am Park vorbei um im 5 Minuten entfernten Beaufort West noch einmal das Auto aufzutanken. Hier befinden sich auch Fast Food Läden und Supermärkte. Wir haben unsere Verpflegung aus Kapstadt dabei. Dann geht es ab in den Park.

Für 3 Nächte haben wir ein Cottage im Main Camp gebucht. Es ist das erste Mal, dass wir direkt in einem SANPark übernachten. Im Krüger Nationalpark und im Addo Elephant Park haben wir bisher Übernachtungen außerhalb gewählt. Das Camp ist eingezäunt. Die Tore sind von 19 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geschlossen. Über den Swimming Pool sind wir bei 35 Grad sehr froh. Insgesamt gibt es im Camp 30 Chalets und Cottages. Der Campingplatz befindet sich etwas abseits. Uns fällt sofort auf, wie wunderbar ruhig es hier ist.

Unser Cottage liegt in der ersten Reihe und von der Terrasse haben wir eine fantastische Sicht. Es ist mit einer Küche ausgestattet, einfach eingerichtet, aber sauber.

Am späten Nachmittag brechen wir zu unserer ersten Tour auf. Schon im Vorfeld haben wir uns mit den Routen im Park vertraut gemacht. Viele von ihnen sind unbefestigt und dürfen nur mit einem 4×4 befahren werden. Außerdem muss man noch die Entfernungen berücksichtigen. Bis man zu den unbefestigten Straßen im Inneren des Parks vordringt, fährt man etwa 1,5 Stunden.

Direkt am Camp beginnt der Potlekkertjie Loop. Er wird als „Tourist Road“ geführt und soll mit einem „normalen“ Pkw befahrbar sein. Eine kurvige Straße führt hinauf in die Berge mit einem wunderbaren Panorama. Wir treffen auf Klippspringer, Baboons und Kudus. In einiger Entfernung entdecken wir eine Zebraherde. Gut, dass wir die Ferngläser dabei haben.

Wir müssen die Zeit im Blick behalten, weil um 19 Uhr die Gates geschlossen werden. Der Rundweg ist 45 km lang und wird mit 2,5 Stunden veranschlagt. Als wir feststellen, dass wir die gesamte Runde nicht mehr schaffen, bevor die Gates schließen, drehen wir um. Wir sind ja noch ein paar Tage hier.

Am ersten Abend genießen wir den Sonnenuntergang auf unserer Terrasse, der von Hyänen-Geschrei begleitet wird. Hier draußen in der Wüste kann man wunderbar Sterne beobachten.

Savanna im Karoo National Park
Am nächsten Morgen klingelt um 5:30 Uhr der Wecker, denn das Gate wird um 6 Uhr geöffnet. Am frühen Morgen und in den Abendstunden sind die Tiere am aktivsten. In der Mittagshitze wird es schwer sie zu finden, weil sie faul im Schatten liegen.

Wir befahren den unteren Teil des Potlekkertjie Loops und treffen noch vor Sonnenaufgang auf Zebras.

Der Sonnenaufgang im Karoo Nationalpark ist einer der schönsten, die ich je erlebt habe. Und der große Vorteil zu einer geführten Safari ist, dass wir einfach anhalten und ihn in Ruhe genießen können.

Sonnenaufgang im Karoo National Park
Ziel für den Vormittag ist es, den Potlekkertjie Loop mit seinen 45 km komplett zu fahren. Auf der ersten Hälfte der Strecke treffen wir auf Kudus, Oryx- und Red Hartebeest-Herden, die durch die Savanne ziehen.

Am eingezäunten Picknick-Platz Doornhoek machen wir eine Pause und verzehren das vom Restaurant eingepackte Frühstück. Das Frühstück ist im Preis inbegriffen. Es gibt die Möglichkeit im Restaurant zu frühstücken, allerdings erst ab 7 Uhr.

Frühstückspause
Auf dem zweiten Teil der Strecke entdecken wir einen Velvet Monkey und weitere Zebras. Mittlerweile ist es jedoch schon sehr warm und die Tiere haben sich zurückgezogen. Dafür genießen wir die grandiose Natur!

Nach Lunch und kurzem Schläfchen checken wir die Infotafel an der Rezeption. Denn natürlich haben wir eine Mission: Es gibt 3 Löwenherden im Park – wir wollen eine finden.

Animal Sightings Board
Löwen finden wir nicht, dafür entdecken wir einen Schakal. Auch Red Hartebeests, Strauße, Zebras, Steinböcke und Klippspringer können wir an diesem Nachmittag beobachten.

Das Game Viewing geht am Cottage weiter. Von unserer Terrasse aus können wir eine Zebraherde sehen. Dann folgt ein weiterer traumhafter Sonnenuntergang!

Abendstimmung im Karoo National Park
Wir haben jede Menge Spaß mit den teilweise sehr abenteuerlichen Straßen. Es gibt 8 4×4-Routen, von denen man für einige vorab Genehmigungen benötigt. Für viele gilt die Vorgabe „4×4 only“. Drei Routen können von „normalen“ Pkws befahren werden: Der 10 km lange Lammertjiesleegte, der am Eingang des Parks liegt, ist sehr gut befahrbar. Hier entdecken wir auch schnell die ersten Tiere. In der eingezäunten Picknick Area besteht die Möglichkeit zu braaien (das südafrikanische Grillen) und es gibt einen Pool für Tagesbesucher. Der teilweise unbefestigte Potlekkertjie Loop ist an einigen Stellen etwas heikel, aber machbar. Den unbefestigten Afsaal Loop ohne 4×4 zu befahren, halte ich für gewagt.

In 3 Tagen verbringen wir fast 30 Stunden im Auto. Wir erfreuen uns an der außergewöhnlichen und atemberaubenden Landschaft. Es ist wahnsinnig beeindruckend, die Herden durch die Steppe ziehen zu sehen. Und wir genießen die Ruhe. Es sind nur sehr wenige Autos unterwegs. Löwen finden wir leider keine, aber das ist bei der großen Fläche nicht verwunderlich. Und nur ein Bruchteil des Parks kann befahren werden. Dafür entdecken wir Erdmännchen, Schildkröten uvm. und fangen viele schöne Fotomotive ein.

Am letzten Morgen treffen wir auf ein Zebra mit besonders guter Laune!

Zebra im Karoo National Park
Wir haben einen Großteil der im Karoo Nationalpark beheimateten Tiere, die sich im Halbwüstenklima wohlfühlen, beobachten dürfen. Elefanten, Nashörner, Büffel und Leoparden findet man hier nicht, weshalb der Park nicht für eine Big Five-Safari geeignet ist, wie z.B. der Addo Elephant Park oder Krüger Nationalpark.

Im Karoo Nationalpark geht es um die Verbindung von einzigartiger Landschaft, Tiere in freier Wildbahn und Ruhe. Der Aufenthalt war eine Wohltat. Nach vier Tagen in der Abgeschiedenheit fällt uns der Abschied schwer.

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