Wieder einmal verlassen wir Kapstadt über die N2 Richtung Osten und Garden Route. Unser Ziel ist das knapp 400 km entfernte Gondwana Game Reserve bei Mossel Bay – zum 3. Mal! 2015 erlebten wir hier unser erstes Safari-Abenteuer. Es wird uns immer in Erinnerung bleiben. 2017 sind wir dann zurückgekehrt, um im neuen Tented Eco Camp mitten in der Wildnis in Zelten zu übernachten und den Rangern zur Hand zu gehen. Und heute machen wir uns mit unserem Besuch aus Deutschland auf den Weg zu den Big 5.

Kaum dass wir durch die Sicherheitsschleuse gefahren sind, wird klar, man kann von Gondwana nicht genug bekommen. Wir überblicken die atemberaubende Landschaft, können schon die ersten Zebras sehen und das Löwen-Warnschild sorgt für ein Kribbeln im Bauch. It’s so good to be back!

Zebra im Gondwana Game Reserve
Das Gondwana Game Reserve umfasst 11.000 Hektar auf denen sich die Big 5 – Löwe, Büffel, Elefant, Nashorn und Leopard – frei bewegen. Dazu kommen Herden von weiteren Wildtieren wie Elenantilopen, Giraffen, Flusspferde, Geparden und Zebras. Sie alle leben hier auf diesem traumhaften, naturbelassenen Fleck Erde umgeben von Bergen und der für das Kap typischen Fynbos-Vegetation.

Wir erreichen die Kwena Lodge und checken ein. 2015 haben wir in einer der reetgedeckten runden Hütten übernachtet. Da wir nun zu Dritt unterwegs sind, werden wir in einer Buschvilla untergebracht. Zunächst gibt es erst einmal Lunch. Das köstliche Essen ist mir ebenfalls in Erinnerung geblieben.

Nur wenige hundert Meter von der Kwena Lodge entfernt, liegen die Fynbos-Villas. Die Strecke können wir mit unserem eigenen Auto zurücklegen oder wir werden vom Ranger gefahren; zu Fuß gehen ist verboten.

Unsere Buschvilla
Die Villa ist riesig – 3 Schlafzimmer sind auf 240 Quadratmetern verteilt. Dazu gibt es einen offenen Wohnbereich mit Kamin und Küche. Alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet und mit einem afrikanischen Touch dekoriert.

Von der angrenzenden Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick in die Wildnis.

Traumhafte Aussicht
Nachdem wir alles inspiziert und uns ein bisschen eingerichtet haben, geht es zurück zur Kwena Lodge. Der erste Game Drive steht an. Zuvor gibt es ein Kaffeetrinken mit kleinen Snacks. Hier treffen wir auf unseren Guide für die nächsten zwei Tage. Die Freue ist groß, denn es ist ein alter Bekannter. Brian hat uns schon vor drei Jahren souverän durch das Gondwana Gelände geführt und uns die einmalige Tierwelt näher gebracht.

Es geht los! Schon kurz nach dem Start treffen wir auf eine Elefantenherde mit Jungtieren, die wir eine ganze Weile beobachten.

Elefantenherde im Gondwana Game Reserve
Und obwohl wir nun schon etliche Safaris unternommen haben, werden wir der südafrikanischen Tierwelt nicht müde. Ganz im Gegenteil – wir verlieben uns immer noch ein bisschen mehr. Und was kann es Schöneres geben, als Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu bestaunen.

Im Busch herrscht reger Betrieb an diesem Nachmittag. Zebras, Elanantilopen (die größte Antilopenart), Springböcke, Gnus und mehrere Nashörner haben sich versammelt.

Später treffen wir noch einmal auf die Elefantenherde, die gerade zu einer Wasserstelle zieht. Ein seltener Moment! Da die Tiere beim Trinken ungeschützt sind, halten sie sich nur sehr kurz am Wasserloch auf.

Es ist bereits dunkel, als wir das Camp erreichen. Das ist stimmungsvoll beleuchtet und wir werden auch gleich zum Dinner geführt. Bei einem köstlichen Abendessen lassen wir die Erlebnisse Revue passieren. Danach geht es auch schon ins Bett, denn für den Morning Drive werden wir um 5:30 Uhr geweckt.

Nach einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen schwingen wir uns am nächsten Morgen um 6 Uhr in den Jeep. Es ist kühl und leicht bewölkt als wir aufbrechen, dennoch genießen wir die Fahrt durch die Morgendämmerung, wo wir von Zebras und Kudus begrüßt werden. Wir lassen diese aber hinter uns, denn Brian hat ein ganz besonderes Ziel. Löwen! Wunderbar sichtbar auf einer freien Wiese hat sich das Rudel niedergelassen.

Löwe im Gondwana Game Reserve
Löwen im Gondwana Game Reserve
Für gewöhnlich ist es eine der schwierigsten Aufgaben, die Löwen zu finden. Das war auch bei unseren Besuchen 2015 und 2017 hier in Gondwana so. Da die Raubtiere allerdings vor Kurzem gejagt haben und nun gesättigt sind, liegen sie hier einfach faul herum und geben uns die Gelegenheit, sie ausgiebig zu beobachten.

Und da kommt uns der Gedanke, dass das ja alte Bekannte sind. Löwe und Löwinnen kennen wir schon von früheren Besuchen. Die knuffigen Cubs – so werden die Jungtiere genannt – gab es im vergangenen Jahr noch nicht.

Wir setzen unseren Game Drive fort, während langsam die Sonne aufgeht. Brian gibt uns Informationen zur einzigartigen Pflanzenwelt und zeigt uns die verschiedenen Protea-Arten (die Nationalblume Südafrikas). Plötzlich taucht hinter einem Gebüsch ein neugieriger Giraffenkopf auf.

Was für ein traumhafter Morgen! Und er findet den perfekten Abschluss. Im Camp gibt es Frühstück im Freien! Wir nehmen auf der Terrasse Platz und genießen unser Frühstück mit Blick über das Wildreservat.

Kurzes Schläfchen, Pool, Lunch und dann treffen wir uns alle am Nachmittag wieder für den nächsten Game Drive.

Auf zum nächsten Game Drive
Der führt uns zu einer Herde Büffel mit Jungtieren. Dazu zählt auch ein riesiger Bulle mit beeindruckenden Hörnern, der gerade ein Schlammbad genommen hat. Da die Tiere sehr kostbar sind, ist ein Teil in einem abgesperrten Bereich untergebracht. Einige sind freilaufend. Mit den Büffeln haben wir jetzt 4 der Big 5 gesehen. 

In einem Sumpf tummeln sich zwei Nilpferde. Bis auf die Köpfe und geöffneten Schnauzen bekommen wir nicht viel von den Schwergewichten zu sehen. Dafür haben sich am Rand Nashörner versammelt. Als diese die Wasserstelle verlassen, ziehen sie ganz nah an unserem Jeep vorbei. Es ist nur schwer vorstellbar und unerträglich, dass in Südafrika pro Tag bis zu 3 dieser außergewöhnlichen Lebewesen grausam getötet werden. Gondwana hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter zu schützen und dafür die Rainbow Rhino Initiative ins Leben gerufen.

Für einen Sundowner halten wir an und klettern aus den Jeep. Wir genießen ein kühles Savanna, während langsam die Sonne untergeht und sich unser vorletzter Game Drive dem Ende nähert.

Den ereignisreichen Tag lassen wir mit einem köstlichen Abendessen ausklingen. Da ahnen wir noch nicht, dass unsere Tierbeobachtungen für heute noch nicht zu Ende sind. Wir bekommen nächtlichen Besuch von einer großen Eule, die sich auf dem Terrassengeländer niederlässt. Und um 5:30 Uhr treibt uns der Wake-up Call aus den Betten.

Nach einer Tasse Kaffee sitzen wir erneut im Jeep und fahren dem Sonnenaufgang entgegen. Heute geht es weit hinaus; Brian möchte uns einen Großteil des weitläufigen Geländes zeigen. Dabei treffen wir auf Hartebeests (Kuhantilopen) und eine große Impala-Herde. Außerdem sind wir auf der Suche nach einem großen Elefantenbullen, der sich gern etwas zurückgezogen aufhält.

Morgens4
Während unserer Suche machen wir wieder eine Kaffeepause. Das muss man auf sich wirken lassen: Mit einem dampfenden Kaffee in der Hand, stehen wir hier in der grandiosen Landschaft und irgendwo ganz in unserer Nähe befinden sich die Wildtiere Afrikas.

Morgenstimmung im Gondwana Game Reserve
Wenn auch aus einiger Entfernung, erhaschen wir einen Blick auf den Elefantenbullen und damit geht unser letzter Game Drive leider zu Ende. Wir frühstücken noch einmal in der wunderbaren Kulisse und verabschieden uns von Brian und dem Gondwana Game Reserve. Auch nach dem dritten Besuch wird das Herz beim Abschied ein bisschen schwer. Aber wir haben schon einen guten Grund gefunden wiederzukommen: Im Gondwana Game Reserve wurden Mountainbike-Strecken eröffnet. Mit dem Fahrrad durch die Wildnis, hört sich nach einem Abenteuer an.

Der Weg zurück nach Kapstadt führt uns über die Walhauptstadt Hermanus (Walsaison ist von Juni bis Dezember), wo wir uns einen Pancake mit Blick auf den Ozean schmecken lassen. Von dort fahren wir über den Clarence Drive – eine beeindruckende Küstenstraße – zurück nach Cape Town, und auch heute sehen wir wieder Delfine durchs Wasser ziehen.

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One Comment

  1. Inge O'Connor

    Wiederum ganz ausgezeichneter Bericht – vielen Dank!!
    LG Inge

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