The Big Easy – New Orleans gehört zu den Städten, die ich unbedingt einmal besuchen wollte. Mit nichts auf der Welt soll man sie vergleichen können. Ich bin gespannt! Nachdem die Stadt vor 10 Jahren den Hurrikan Katrina erleiden musste und fast aufgegeben worden wäre, will ich die Lebensfreude und den Kampfgeist spüren!

Ein Roadtrip durch Florida mit Abstecher nach Louisiana hat uns nun schließlich hierher geführt. Wir durchfahren noch kurz die Bundesstaaten Alabama (die Fahrt ist lang genug um „Sweet Homa Alabama“ und „All Summer long“) zu hören 😉 und Mississippi.

New Orleans

Wir sind erstaunt von den Hochhäuser des Business Districts; irgendwie hatten wir uns New Orleans kleiner vorgestellt. Und dann erreichen wir das Herz der Stadt, das French Quarter. Hier liegt auch unser Hotel. Kaum haben wir unsere Koffer abgestellt, stürzen wir uns ins Getümmel. Auf der Royal Street sind hauptsächlich Geschäfte zu finden. Einige von ihnen haben auch bis spät abends noch geöffnet. Antiquitätengeschäfte und Galerien allerdings haben schon geschlossen. Die Bourbon Street ist bekannt als die Partymeile mit Bars und Nachtclubs. Hier wird Livemusik gespielt, gesungen, getanzt und natürlich auch getrunken.

Die Besucher sind eine bunte Mischung aus Menschen jeden Alters. Auch Familien mit kleinen Kindern beobachten das Treiben. Wir erleben ein paar sonderbare Begegnungen, aber alles läuft sehr friedlich ab.

Walking-Tour
Am nächsten Vormittag erkunden wir ausgiebig das French Quarter – die historische Altstadt. Hier befinden sich zahlreiche Gebäude im spanischen und französischen Kolonialstil. Bequeme Schuhe sind wichtig, denn die Straßen sind recht uneben. Eigentlich sollte man sich einfach treiben lassen, auch mal durch die Zäune spähen oder sich in einen Hinterhof trauen. Aber so ganz wollen wir unsere Erkundungstour durch New Orleans nicht dem Zufall überlassen. Auf der Homepage von New Orleans Tourismus (auch in deutsch) kann man sich eine Walking-Tour zum Nachlaufen herunterladen.

Wir beginnen unseren Tag beim Café du Monde auf der Decatur Street. Es ist eine echte Institution und Pflicht bei einem New Orleans Besuch. Wir bestellen Café au lait und Beignets, eine Art Krapfen, die mit Unmengen Puderzucker bestreut werden. Lecker und ein kleines Erlebnis! Hier muss man einfach gewesen sein. Das Café liegt direkt am Jackson Square.

An allen drei Tagen haben sich riesige Schlangen um das Café du Monde gebildet. Wem es nur darum geht, Beignets zu probieren, der kann sie auch ohne Anstehen im Café Beignet auf der Royal Street und der Bourbon Street kaufen. Ich fand sie dort sogar etwas besser, Sven mochte das „Original“ lieber.

Rund um den Jackson Square herrscht reges Treiben. Straßenmusiker, Künstler und viele Touristen sind in der Stadt. Heute an Thanksgiving wird Essen verteilt. Der Jackson Square ist auf zwei Seiten gesäumt von den Pontalba Buildings aus 1850. Vor ihm befindet sich die St. Louis Kathedrale. Die beiden Gebäude links und rechts der Kirche bilden jetzt das Louisiana State Museum. Der Cabildo (links) war spanischer Regierungssitz.

Vom Café du Monde geht es zum French Market mit seinen Geschäften, Restaurants, Farmers Market und auch Trödelmarkt. Wer schon immer einmal „Gater on a stick“ probieren wollte, ist hier richtig. Wir sind ja zum Glück nicht hungrig. 😉

Unsere Walking-Tour bringt uns unter anderem zur Old U.S. Mint, einer alten Münzprägestätte in der heute Sammlungen ausgestellt werden, dem Beauregard-Keyes House von 1827 und zum Old Ursuline Convent. Das Kloster ist eines der ältesten Gebäude im Mississippi Valley und war das erste Nonnenkloster in Lousiana. Eine Reihe von Geisterhäusern hat New Orleans zu bieten, das LaLaurie House ist wohl das bekannteste. Haarsträubende Geschichten um die Hausherrin Delphine LaLaurie kursieren, die hier ihre Haussklaven gefoltert und ermordet haben soll. Schnell weiter!

Pferdekutschen ziehen durch die Straßen, während wir die schmiedeeisernen Balkone bestaunen. Der berühmte Maiszaun darf nicht fehlen.

Gerade als wir unsere Tour beenden wollen, lockt uns lautes Getrommel an. Zu Thanksgiving gibt es einen Festumzug mit Blaskapelle, Cheerleadern und Festwagen. Cool! So bekommen wir einen Eindruck davon, wie sich Mardi Gras, New Orleans berühmtes Faschingsfest, anfühlen muss.

Unseren Hunger stillen wir im Hard Rock Café New Orleans. Danach schlendern wir noch über die Bourbon Street. Ständig bleiben wir stehen, weil uns die Livemusik in einer Bar gefällt, Akrobaten Kunststücke vorführen oder die Menschen plötzlich auf der Straße anfangen zu tanzen.

Selbst der größte Partymuffel wippt hier irgendwann einfach im Takt mit:

Und doch ist die „Wiege des Jazz“ nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Keine kleinen Jazz-Kneipen mit Saxophonspielern, teilweise erinnert die Stimmung eher an den Ballermann.

Food-Tour
Die vielen verschiedenen Siedler, die sich in Louisiana niedergelassen haben, ließen in New Orleans eine ganz besondere Küche entstehen: die kreolische Küche. Po’Boy und Gumbo sind Begriffe die uns während unserer Florida-Tour schon untergekommen sind. Auf einer Food-Historic-Tour mit Doctor Gumbo wollen wir alles über ihre Zubereitung erfahren und natürlich auch probieren. 😉

Der erste Teil der Tour bezieht sich auf die Geschichte Louisianas und New Orleans. Wie entstand die Stadt, welche Nationen brachten welche Einflüsse mit? Was bedeutet kreolische Küche? All diese Fragen werden uns beantwortet. Dazwischen gibt es die ersten zwei Gänge. Köstliche Shrimps mit gegrillter Ananas und Süßkartoffel-Beignet mit Gänseleber-Sauce überzogen. Eine herzhafte Variante der beliebten französischen Donuts, die wir im Café du Monde gegessen haben.

Für den nächsten Stopp müssen wir nur die Straßenseite wechseln um Candies zu probieren. Hier in New Orleans versteht man darunter eine Mischung aus Zucker, Milch und Butter mit Pekannüssen. Mir sind sie zu süß, aber ich entdecke eine andere Sünde: Mississippi Mud (Schokolade mit Karamell und Walnüssen). Nach der Tour kommen wir extra nochmal hierher zurück, um welches zu kaufen.

Unsere Tour führt uns vorbei am ältesten Restaurant des French Quarters, dem Antoines. Auf der Royal Street kann man einen Blick in den Weinkeller werfen. Mit dem Po’Boy-Sandwich – abgeleitet von Poor Boy (armer Junge) – folgt ein Klassiker. Alles was es gab (Shrimps und Salat) wurde auf das Sandwich gepackt, das heute überall an der Südküste zu finden ist. Schon in Florida haben wir es gegessen. Bei der Gelegenheit bekommen wir auch noch eine Lektion über das richtige Sandwichbrot, das von Deutschen gebacken wird. Tatsächlich ist es nicht so weich, wie man es sonst in den USA kennt.

In einer Bar gibt es Creole Beef Brisket. Die zart geschmorte Rinderbrust wird mit einer scharfen Senfsauce serviert; dazu ganz typisch ein Bier. Die Schärfe der Speisen spielt eine wichtige Rolle und so führt unsere Tour auch zu Pepper Palace. Hier kann man Saucen jeder Stärke probieren. Es folgt noch ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Café du Monde. Hier werden also die berühmten Beignets hergestellt.

Am Jackson Square gibt es zum Abschluss das wohl typischste New Orleans Gericht, die Gumbo. Grundlage des Eintopfs sind die Holy Trinitys (Zwiebeln, Paprika und Sellerie). Die Gumbo gibt es mit Fleisch oder Fisch dazu gibt es immer Reis. Wir essen eine Seafood Gumbo mit Shrimps und Austern.

Seafood Gumbo

Trotz des vielen Fisches ist die kreolische Küche ganz schön deftig. 3 Stunden hat die Food-Tour gedauert und $55 gekostet. Dafür haben wir den umfassenden Einblick in die kreolische Küche bekommen und sogar noch ein bisschen Geschichtsunterricht.

Übrigens: Typisch New Orleans ist auch das Sandwich Muffaletta, das die Italiener mitgebracht haben. Ein rundes Sesambrot wird mit Mortadella, Salami, Käse und gehackten Oliven belegt und mit einer Essigsoße übergossen. Wegen Thanksgiving hatte das Geschäft geschlossen, es wäre aber wohl auch nicht so ganz mein Fall gewesen. In der Central Grocery auf der Decatur Street soll es das Beste geben.

Fahrt mit dem Schaufelraddampfer Natchez
Einmal mit dem Schaufelraddampfer auf dem Mississippi fahren – in New Orleans hat sich dieser Traum erfüllt.

Schaufelraddampfer Natchez

Online haben wir unsere Tickets für die 2-stündige Fahrt gebucht. Ohne Dinner kostet sie $29,50 und mit $49,50. Da wir gerade gefrühstückt haben und unsere kostbare Zeit auf der Natchez nicht mit essen verbringen wollen, nehmen wir das „kleine“ Ticket. Schon auf dem Weg zum Moonwalk, wo die Natchez abfährt, hören wir ein lautes Orgelspiel. Der 40 Jahre alte Dampfer lockt seine Gäste an.

Bei strahlendem Wetter steigen wir auf’s Boot und los geht es. Die erste halbe Stunde gibt es viele Infos zum Schiff und was man an Land gerade sehen kann. Darunter zwei Frachtschiffe, die Domino Zuckerfabrik und auch Schäden, die Katrina angerichtet hat.

Danach wird man eingeladen das Schiff und den Maschinenraum zu erkunden und einfach die Fahrt zu genießen. An Bord spielt eine Jazzband Live-Musik. Genau so habe ich es mir vorgestellt. Auf dem Rückweg fährt dann noch die AIDAvita an uns vorbei:

Hurrikan Katrina
Im Presbytere am Jackson Square ist das Louisiana State Museum untergebracht. Dort gibt es eine Ausstellung zum Hurrikan Katrina. Chronologisch beginnt sie bei der Entstehung des Wirbelsturms und der Evakuierung der Stadt und zeigt dann wie Katrina zugeschlagen und welche Verwüstung der Hurrikan hinterlassen hat. Die Ausstellung dokumentiert auch die vielen Probleme, die sich im Nachgang ergeben haben. Sie endet mit dem Kampfgeist und Zusammenhalt der Stadt. Eine absolut interessante, aber natürlich auch bedrückende Ausstellung.

Zwei weitere Plätze suchen wir zum Thema noch auf. Zum einen das Scrap House (Schrotthaus), ein Denkmal aus Metall. Es steht am Eingang des Mississippi River Heritage Parks.

Scrap House

Zum anderen fahren wir zum Charity Hospital Cemetery. Hier steht eine Gedenktafel für die Opfer, die nicht identifiziert werden konnten. Skurillerweise sind Friedhöfe im Allgemeinen eine Sehenswürdigkeit in New Orleans, denn wegen des feuchten Bodens können die Särge nicht in die Erde gelassen werden. Und so werden kleine Mausoleen gebaut.

Hotel
Das Wyndham New Orleans gehört zu den bezahlbaren Hotels im French Quarter. Die Zimmer sind einfach, aber sauber und für Städtesightseeing optimal, schließlich wollen wir die ersten Tage ausgiebig die Stadt erkunden und uns kaum im Hotel aufhalten. Die Lage direkt an der Royal Street ist perfekt. Allerdings kostet das Parken noch einmal $40 Dollar pro Nacht. Nach zwei Nächten wechseln wir zum Entspannen ins altehrwürdige Dauphine Boutique Hotel, ebenfalls im French Quarter. Darüber wird es einen Extra-Beitrag geben.

Fazit
New Orleans kann man nicht beschreiben. Gerade im French Quarter ist es echt auch dreckig und ja es riecht auch nicht immer gut und ja, da laufen echt sonderbare Typen rum. Alles Dinge die eigentlich dazu führen, dass ich mich nicht wohlfühle. Aber gleichzeitig strahlt diese Stadt so viel Lebensfreude aus, dass man sich hier einfach gut und lebendig fühlt!

New Orleans

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