Unser Florida Roadtrip geht weiter! Wir lassen die verregnete Tampa Bay und St. Pete Beach hinter uns und fahren weiter nördlich in das knapp 2 Autostunden entfernte Crystal River. Hier wird etwas ganz Großartiges passieren: Wir gehen mit Manatis schwimmen! Denn wenn das Wasser im Golf von Mexiko im Winter kälter wird, zieht es die Seekühe in die Süßwasserquellen von Crystal River.

Bird's Underwater, Crystal River

Unser erster Weg führt uns zum kleinen gemütlichen Hafen, hier stehen schon die Ausflugsboote bereit. Wir allerdings wollen die Kings Bay zunächst mit dem Kajak erkunden und haben einen Termin bei Bird’s Underwater. Bei der Gelegenheit klären wir auch gleich noch die Einzelheiten für’s Manati-Schwimmen ab. Morgen früh um 6 Uhr starten wird. Die frühe Zeit soll sich lohnen, weil die Tiere morgens wegen der Futtersuche aktiv sind. Dann sitzen wir auch schon in den Kajaks und paddeln los.

Kajaktour in Crystal River

In der zweistündigen Tour erfahren wir unglaublich viel über die Gegend und natürlich über die Seekühe. Zum Beispiel auch, dass es abgegrenzte Bereiche gibt um Seegras zu züchten und erst der dritte Zaun stark genug war um die Manatis abzuhalten. Anfang November sind noch verhältnismäßig wenig Manatis in der Gegend, weil es im Meer noch warm genug ist. Wenn wir einen entdecken, achtet unser Guide darauf, dass wir Abstand halten.


Ziemlich schnell wird klar, dass die Tiere hier nicht als Touristenattraktion gesehen werden, sondern sich Crystal River als Schutzgebiet für die sanften Riesen versteht. Unsere Tour führt uns auch an den kristallklaren Three Sisters Springs vorbei, die von November bis März nicht mit Kajaks befahren werden dürfen, weil sie der Lieblingsplatz der Manatis sind. 🙂 Paddelnd erleben wir in der Kings Bay den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang Kings Bay

Dann checken wir ins Hotel ein. Das Best Western Crystal River Resort befindet sich ganz in der Nähe von Bird’s Underwater. Das ist sehr praktisch, weil wir morgen so früh starten. Wir haben eine gute Wahl getroffen, es liegt direkt an der Bucht, hat einen schönen Pool, ist sehr sauber und am nächsten Morgen wird es nach der Manati-Tour noch Frühstück für uns geben.


Zum Abendessen geht es in den Fat Cat Grill. Es gibt Bang-Bang Shrimps und Pecan Crusted Chicken Breast. Das Essen ist super lecker. Und dann geht es ab ins Bett!


Am nächsten Morgen klingelt um 5:30 Uhr der Wecker. Wir springen freudestrahlend aus dem Bett, ziehen unsere Badeklamotten an und stürmen aus dem Hotelzimmer. In der Morgendämmerung erreichen wir den ruhigen Hafen. Nur im Bird`s Underwater Dive Center herrscht reges Treiben und Vorfreude. 20 Personen werden mit Neoprenanzügen, Schnorcheln und Taucherbrillen ausgestattet. Es folgt eine Einweisung und ein Infofilm, der uns erklärt, wie wir uns im Umgang mit den Manatis verhalten sollen. Mir gefällt sehr gut, dass hier an den Schutz der Tiere gedacht wird und weniger an den Spaß der Teilnehmer. Dann werden wir auf zwei Boote verteilt und schippern die Kings Bay hinaus.

Schwimmen mit Seekühen

Nach kurzer Zeit sehen wir schon die ersten schwimmenden Dickhäuter durch das Wasser ziehen. Unser Guide setzt den Anker und wir klettern vom Boot. Vor lauter Aufregung habe ich anfangs Probleme mit dem Schnorchel zu atmen. Nach einer Weile gewöhne ich mich daran und folge den anderen. Kein hektisches Schwimmen mit zappelnden Armen und Beinen, sondern ganz ruhig, nur mit den Armen kraulend, nähere ich mich den gemütlichen Riesen.


Die kleine Truppe von Manatis ist gut drauf! Neugierig kommen sie zu uns geschwommen, um die Gruppe zu beschnuppern. Fast berührt eine Seekuh meine Nasenspitze und mein Herz klopft wie verrückt. Wow! Dass sie derart nah herankommen würden, damit habe ich nicht gerechnet. Ich folge den Anweisungen, bleibe ruhig und lasse mich treiben. Jetzt bloß nicht bewegen!

Mampfendes Manati

Nach einer Weile verlieren sie das Interesse – vielleicht wird es ihnen auch zu voll – denn weitere Boote folgen, und so schwimmen die sanften Seekühe einfach davon und haben keine Ahnung wie aufgeregt und überwältigt sie mich gerade zurücklassen. Wir klettern wieder aufs Boot, wärmen uns mit Kaffee und Tee auf und der Kapitän steuert uns zur nächsten Herde.

Manati-Tour

Die sind nicht so neugierig wie ihre vorherigen Artgenossen. Sie bleiben auf Abstand, lassen sich nicht stören und futtern gemütlich das Seegras vom Boden. Man kann sie sogar mampfen hören. Hier sind so viele Manatis unterwegs, dass sich die Gruppe gut verteilt und so beobachte ich für mich allein eine ganze Weile eine Mutter mit ihrem Jungtier. Besonders darauf bedacht, nicht zwischen Mutter und Junges zu geraten, bleibe ich auf Abstand. Es ist so faszinierend zu sehen, wie das Kleine stets der Mutter folgt, dass ich mich unbewusst immer mehr vom Boot entferne.

Manati mit Jungtier

Noch ein drittes Mal treffen wir an diesem Vormittag auf Seekühe. Diese sind ganz ängstlich und scheu und suchen ziemlich schnell das Weite. Und so haben wir auf unserer dreistündigen Tour auch die verschiedenen Charaktere der Tiere kennenlernen dürfen.

Zum Abschluss steuern wir die Three Sisters Springs an. In der glasklaren Süßwasserquelle halten sich die Seekühe besonders gern auf. Allerdings nicht heute, kein einziger Manati ist hier zu finden, weil das Wasser außerhalb der Quelle noch zu warm ist. Aber auch ohne Tiere ist dieser Fleck Erde traumhaft schön und ein wunderbarer Abschluss unserer Tour! Wie fahren zurück zum Hafen und nehmen ein unvergessliches Urlaubserlebnis mit!

Schnorcheln in den Three Sisters Springs

Zurück im Hotel frühstücken und duschen wir und fahren dann in den 7 Meilen entfernten Ellie Schiller Homosassa Springs Wildlife State Park. Vom Besucherzentrum auf der US-19 kann man mit einem Boot in den Park fahren. Da heute das Wetter leider schlecht ist, fahren wir mit dem Auto direkt zum Parkeingang. Der Park ist schön angelegt, im Grünen mit Holzstegen und Mitte November mit Weihnachtsdeko. Höhepunkt ist eine Unterwasser-Observatorium von wo aus man Seekühe beobachten kann, die frei in die Süßwasserquelle schwimmen können oder – wie heute – halt nicht. Neben einer Auffangstation für kranke Manatis ist der Rest des Parks ein Zoo, der viele Arten aus Floridas Tierwelt beherbergt. Alle Tiere, die wir uns bislang auf unserem Roadtrip mühevoll in freier Natur gesucht haben, gibt es hier konzentriert.


Im Anschluss folgen wir einer Empfehlung und fahren zum Wild Sassa Food Trailer. Er befindet sich beim Homosassa Fish Market, die Adresse lautet 5380 S Boulevard Drive. Der Abstecher lohnt sich! Frisch gestärkt setzen wir unseren Roadtrip fort. Tschüss Crystel River, Tschüss Seekühe, ihr werdet mir immer in Erinnerung bleiben. Nach dem großen Manati-Abenteuer wartet jetzt der Traumstrand Panama City Beach auf uns.


Tipp
Unterwasserkamera nicht vergessen, auch wenn die Fotos im trüben Gewässer etwas unscharf werden. Sorry dafür.

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