Buonasera! Es ist mild und der Himmel in ein wunderschönes Abendrot getaucht, als wir den Flieger in Olbia auf Sardinien – nach gerade einmal 75 Minuten Flugzeit von Zürich – verlassen. Nachdem wir 2015 für wenige Tage reingeschnuppert haben, verbringen wir jetzt einen ganzen Monat auf der zweitgrößten Mittelmeer-Insel. Wir holen unseren Mietwagen ab und fahren geradewegs zum Hotel.

Olbia
Am nächsten Morgen ziehen wir los um Olbia, die viertgrößte Stadt Sardiniens, zu erkunden. Wir parken unseren Mietwagen auf einem kostenfreien Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs (Via Nanni Alessandro, 48, 07026 Olbia). Von dort laufen wir 500 Meter zur Basilica di San Simplicio. Schade, dass wir schon gefrühstückt haben, denn auf dem Vorplatz befindet sich ein kleines Café, in dem wir gut Cappuccino und Croissant (das typische sardische Frühstück) hätten genießen können. Wir besichtigen die Kirche aus dem 11./12. Jahrhundert. Auf der linken der zwei beschädigten Fresken am Altar wird San Simplicio, der Schutzpatron Olbias gezeigt.

Hinter der Basilika gehen wir links auf die Via San Simplicio, die uns zum Corso Umberto führt. Auf der Hauptflaniermeile Olbias schlendern wir entlang und biegen links und rechts in die kleinen Gassen ab. Gemütliche Plätze, wie der Piazza Margherita laden mit Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Der Corso Umberto endet am Rathaus, gegenüber des Hafens.

Wir setzen uns in eine der Pizzerien und essen eine Pizza Sarda mit sardischer Wurst (Salsiccia) und Pecorino. Und mit einem köstlichen italienischen Eis in der Hand geht es zurück zum Parkplatz.

Olbia ist mit Fähr- und Flughafen das Tor nach Sardinien, wird aber eher etwas stiefmütterlich behandelt. Ich mag diese typisch italienischen, nicht ganz perfekten Städtchen sehr gerne und zumindest ein kurzer Stopp ist lohnenswert.

Isola Tavolara
Schon von Olbia aus konnten wir den über 500 Meter hohen Fels der Isola Tavolara gut sehen. Wir folgen der Strada Statale 125 von Olbia nach Porto San Paolo und erreichen nach 15 Minuten den kleinen Hafen am Golfo di Olbia, von dem wir eine wunderbare Sicht auf die Insel und den aus dem Wasser ragenden Felsen haben.

Isola Tavolara, Sardinien
In der Hauptsaison starten hier vormittags bis mittags Bootstouren zur Insel. Den Traumstrand Spalmatore di Terra, eine artenreiche Vogelwelt, einen Friedhof mit den Gräbern der Könige der Insel und das Restaurant Da Tonino soll es auf der 6 Quadratkilomter großen Insel zu entdecken geben. Mitte Mai befinden wir uns noch in der Nebensaison und es gibt nur wenige Abfahrten. Wir begnügen uns mit dem tollen Blick auf den gigantischen Felsbrocken, spazieren am Strand und trinken einen Cappuccino am Wasser. Hier gibt es mehr Infos über die Bootsfahrten zur Insel: www.tavolaratraghetti.it

Costa Smeralda & San Pantaleo
Wir verlassen Olbia in nördliche Richtung. Die nordöstliche Küste Sardiniens wird wegen des smaragdgrünen Wassers Costa Smeralda genannt. Sie endet in Palau, von wo aus am Abend unsere Fähre auf die Insel La Maddalena startet. In Golfo Aranci – 20 Minuten von Olbia entfernt – machen wir unseren ersten Halt an der Costa Smeralda. Golfo Aranci ist Urlaubs- und Hafenort. Hier kommen die Fähren von Korsika und dem italienischen Festland an.

Der nächste Stopp ist Porto Rotondo. Wir parken auf dem kostenfreien Parkplatz und laufen die Stufen hinab zum imposanten Yachthafen. An einem Vormittag Mitte Mai geht es hier sehr ruhig zu. In einem Café trinken wir einen Cappuccino am Hafen. Dann schlendern wir durch die kleinen Gassen, vorbei an der Kirche San Lorenzo zurück zum Auto.

Die gut befahrbare Strada Provinciale 73 schlängelt sich hinauf in die Berge und führt uns ins Bergdorf San Pantaleo. Hier lassen wir uns in der Pizzaria Ichnos Pasta Sarda (Sardische Gnocchi mit Salsiccia und Tomatensauce) und Pizza schmecken. Hmmm, köstlich!

Im Anschluss spazieren wir noch ein bisschen durch das kleine Bergdorf, das es mir mit seinen gemütlichen Gassen, den ausgefallenen Geschäften und der tollen Kulisse mit den Felsen im Hintergrund echt angetan hat. San Pantaleo ist einen Besuch wert!

Es geht zurück an die Küste nach Porto Cervo, dem Herz der Costa Smeralda. Das Monaco Sardiniens ist ein wunderschön angelegtes Örtchen.

Porto Cervo, Sardinien
Vom Parkplatz aus folgen wir der Beschilderung, die vorbei an kleinen Plätzen und Designer-Läden zu einer großen Terrasse mit Cafès und Restaurants führt, mit Blick auf das türkisblaue Wasser.

Am Strand Baja Sardina machen wir eine Badepause und kühlen uns im kristallklaren Wasser ab. Dann fahren wir weiter Richtung Norden die Küste entlang vorbei an weiteren wunderbaren Stränden nach Capo d’Orso. Der Bärenfelsen sollte unser letztes Ziel sein, bevor es in Palau auf die Fähre nach La Maddalena geht. Mittlerweile ist der Himmel aber etwas zugezogen und so verschieben wir den Besuch.

La Maddalena
Die nächsten drei Tage verbringen wir auf der Insel La Maddalena. Sie gehört zum Archipel La Maddalena das aus über 60 Inseln und Inselfelsen besteht und den Nationalpark Arcipélago de La Maddalena bildet.

Im Hafen von Palau kaufen wir unser Fährticket. Für 2 Erwachsene und ein Auto von über 4 Meter Länge zahlen wir 37 Euro. Mitte Mai befinden wir uns noch in der Nebensaison und so verkehren die Fähren stündlich. In der Hauptsaison fahren sie alle 30 Minuten. Reservierungen sind nicht möglich/erforderlich.

Nach der 20-minütigen Überfahrt erreichen wir La Maddalena-Stadt und direkt am Anleger befindet sich auch schon unser Hotel. Nach anstrengender Parkplatzsuche (keine Ahnung wie das in der Hauptsaison so funktioniert) und Check-In verbringen wir unseren ersten Abend am Hafen und in den gemütlichen Gassen der Altstadt. Dabei entdecken wir eine Bäckerei, die wir am nächsten Morgen unbedingt testen müssen.

Am nächsten Vormittag schlendern wir also erneut durch die Gassen La Maddalenas und kaufen uns köstliche Amaretti und Focaccia. Die Altstadt ist nicht sonderlich groß, aber neben den typischen Souvenir-Shops gibt es hier und da auch eine kleine Perle zu entdecken. Dazu kommen kleine, feine Plätze mit Cafès und die Piazza Umberto I am Hafen.

Am Nachmittag brechen wir mit dem Mietwagen zu einer Inseltour auf. Die Inselgruppe La Maddalena soll die schönsten Strände Sardiniens haben. Davon können wir uns jetzt selbst überzeugen. Tatsächlich haben wir den Eindruck, dass das Wasser hier noch ein bisschen blauer, leuchtender und klarer ist.

Den ersten Stopp machen wir auf der östlich gelegenen Insel Giardinelli, die mit La Maddalena verbunden ist. Irgendwann kommen wir auf der unbefestigten Straße mit dem Mietwagen nicht weiter und laufen dann zu Fuß zum Capocchia d’ù purpu. Kristallklares, türkisfarbenes Wasser und feiner Sandstrand umgeben von Felsen geben ein traumhaftes Bild ab.

Viele auf den Inseln befindliche Felsen wurden nach Tieren benannt. Mir fehlt da wohl ein bisschen die Phantasie. 😉

Wir setzen unsere Tour fort zum Strand Spalmatore, für den kein Spaziergang erforderlich ist, weil er direkt an der Straße liegt. Auch hier wieder klares Wasser und die schönsten Blautöne.

Strand Spalmatore
In Cala Lunga wartet ein kleiner Hafen mit Hotel und Cafè. Auf uns wirkt es hier etwas ausgestorben, das mag in der Hauptsaison eventuell anders sein. Vom Norden zieht es uns in den Westen nach Bassa Trinita. Ein traumhafter Strandabschnitt aufgeteilt in 3 Strände. Hier gibt es einen Pfad der durch Vegetation führt und eine Snack-Bar.

Die SP114 windet sich den Berg hinauf, bietet malerische Aussichten und erreicht dann im Südwesten wieder die Küste. Wir passieren ein paar weitere schöne Strände, bevor wir dann Punta Tegge erreichen. Im Lokal Zi Antò direkt am Wasser gibt es Salat mit Pecorino, frittierten Fisch und Bruschetta. Im Anschluss spazieren wir noch ein bisschen über die südliche Spitze, von der aus man den Sonnenuntergang beobachten kann.

Mit dem Roller die Insel Caprera erkunden
Einfach treiben lassen und gucken was der Tag so bringt. Am zweiten Tag auf La Maddalena mieten wir uns einen Motorroller am Hafen und besuchen die Nachbarinsel Caprera. Über einen Damm sind die Inseln miteinander verbunden.

Auf nach Caprera
Durch Pinienwälder und Macchie treibt es uns zunächst zum südlichen Zipfel der Insel. Die Strände Cala Andreani, Relitto und Due Mari gibt es hier zu bestaunen. Das Wasser strahlt türkisblau und ist absolut klar. Heute sind zudem die Temperaturen perfekt und wir haben in weiser Voraussicht unsere Badesachen dabei. Mitte Mai sind die Traumstrände dazu auch fast menschenleer.

Wir genießen die Aussichten auf die Felsküste und schlängeln uns Richtung Osten eine Bergstraße hinauf. Dann folgen wir der Beschilderung Richtung Cala Brigantina, einem weiteren Traumstrand, der allerdings nur durch eine Wanderung hinab zur Küste zur erreichen ist.

An den Überresten einer alten Festung parken wir den Scooter, suchen uns einen Weg auf das Gelände und genießen die grandiose Aussicht während wir Amaretti essen, die wir uns in La Maddalena gekauft haben.

Cala Brigantina
Weiter geht es Richtung Norden zum Giuseppe Garibaldi Memorial. Garibaldi war eine Hauptfigur der italienischen Einigungsbewegung. Die Gedenkstätte hat – wohl wegen der Vorsaison – geschlossen. Aber der Weg lohnt sich schon allein für die wunderbare Aussicht auf die Küste und La Maddalena.

Von hier aus kann man zu mehreren Stränden im Norden spazieren, zwischen 20 bis 75 Minuten lange Wege sind ausgeschildert.

Wir düsen weiter die kurvigen Straßen entlang.

In der Mitte der Insel, bei I Mille Paninoteca, lassen wir uns leckere Paninis an den Picknicktischen unter den Pinien schmecken.

Ein viel besuchtes Museum ist das Garibaldi Museum, welches in der Mitte der Insel liegt. Garibaldi hat auf Caprera seinen Lebensabend verbracht und das Landgut kann besichtigt werden. Uns ist heute nicht nach Museum, wir wollen die Schönheit Capreras weiter genießen und eine Abkühlung wäre auch ganz gut.

Am Strand Garibaldi im Osten legen wir uns ans Meer, genießen das leichte Rauschen der Wellen und freuen uns über den perfekten Urlaubstag.

Garibaldi Strand
In La Maddalena haben wir uns nicht für die erstbeste Rollervermietung entschieden, sondern sind am Hafen ein Stück in östliche Richtung gelaufen. Bei Nicolsport haben Roller und Helm einen guten Eindruck gemacht. Für einen Tag haben wir 35 Euro gezahlt.

Bärenfelsen Capo d’Orso
Am nächsten Vormittag verabschieden wir uns nach zwei wunderschönen Tage von La Maddalena und setzen mit der Fähre über. Von der Fähre aus können wir schon den Bärenfelsen sehen und auch die Form des Bären wirklich gut erkennen.

Abschied von La Maddalena
Wir folgen von Palau der Beschilderung. Die Parkgebühren betragen 3 Euro, ebenso wie der Eintritt pro Person. Dann führen bequeme Stufen hinauf auf 120 Meter Höhe und bieten eine fantastische Aussicht auf Palau, die Inselgruppe La Maddalena und die Meerenge zwischen Sardinien und Korsika.

Hier entsteht auch das für Sardinien typische Bild mit dem Felsrahmen.

Bärenfelsen, Sardinien
Unsere Zeit im Nordosten der Insel geht zu Ende. Uns zieht es jetzt in den Osten nach Orosei und dann ganz in den Süden nach Villasimius. Darüber kann man im nächsten Beitrag lesen.

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