Los geht’s! Nach vier vollgepackten Tagen in Johannesburg machen wir uns auf den Weg in den Krüger Nationalpark. In 5 Autostunden führt uns die N12 und dann weiter auf der N4 an das südliche Ende des Krüger Nationalparks, das größte Wildschutzgehege Südafrikas. Mit jedem Kilometer steigt die Aufregung. Auf dem Strecke passieren wir drei Mautstationen, für die wir insgesamt umgerechnet 10 Euro bezahlen. In regelmäßigen Abständen gibt es Tankstellen mit Toiletten und kleinen Shops.

Auf dem Weg in den Krüger Nationalpark

10 Tage werden wir hier verbringen, immer weiter nördlich ziehen. Hier im Süden haben wir uns für die Turaco Lodge in Marloth Park entschieden. Marloth Park selbst ist schon ein kleines Wildreservat, in dem sich Antilopen, Zebras und Giraffen aufhalten. Beim Einfahren in das Gate werden wir schon tierisch von einem Impala begrüßt. Im Anschluss empfangen uns Danielle und Tony, die Besitzer der Turaco Lodge, herzlich. Das kleine, gemütliche Gästehaus im Grünen hat 3 Zimmer und ein Haupthaus mit Terrasse und Pool. Mit kaltem Orangensaft stoßen wir auf unsere Krügerpark-Abenteuer an. Die Zimmer befinden sich im Nebengebäude. Sie sind sehr sauber und liebevoll eingerichtet. Ein großes Fenster eröffnet den Blick in den Garten.

Vor dem Abendessen setzen wir uns noch ein bisschen auf die Terrasse und lassen die Stille auf uns wirken. Genau das richtige nach der Großstadt Johannesburg. Es kommt schon mal vor, dass sich Zebras in den Garten oder gar ins Haus verirren. 😉 Das wundert mich nicht, die finden es hier halt auch schön. 🙂 An diesem Abend allerdings bekommen wir „nur“ Besuch von einem kleinen Buschbaby (Nachtaffen). Nach einem leckeren typsich südafrikanischen Essen geht es schnell ins Bett.

Am nächsten Morgen hießt es 5:30 Uhr aufstehen, denn unser erste Fahrt durch den Krüger Nationalpark steht an. Das Wetter meint es dabei nicht gut mit uns, es regnet. Da wir aber nur zwei Nächte hier verbringen, gibt es keine Möglichkeit auf Sonnenschein zu warten. Dylan, der Schwiegersohn von Danielle und Tony, ist ausgebildeter Ranger und unser Guide für den heutigen Vormittag. Er erklärt uns, dass der Regen auch von Vorteil sein kann und soll Recht behalten.

Am Parkeingang Crocodile Bridge zahlen wir Eintritt: 280 Rand pro Person (etwa 16 Euro) und dann sind wir endlich da. Am Eingang kann man für 40 Rand ein Heft kaufen, das auch eine Karte vom Krüger Park enthält. Vor der Einfahrt erhält man ein Infoblatt mit Verhaltensregeln. Nur in gekennzeichneten Flächen darf man das Auto verlassen und muss vor dem Aussteigen prüfen, ob sich dort auch wirklich keine Tiere aufhalten.

Crocodile Bridge Gate, Krüger Nationalpark

Mittlerweile gießt es in Strömen, aber wir können nicht wirklich böse sein. Nach 4 Monaten Dürre finden die Tiere im Krüger Nationalpark kaum noch Nahrung und sind sichtlich abgemagert. Also ist der Regen mehr als willkommen. Es dauert nicht lange, da sehen wir die ersten Impalas und Kudus am Wegesrand.

Kudus im Krüger Nationalpark

Impala im Krüger Nationalpark

Und dann steht da plötzlich eine Giraffe in freier Wildbahn und knabbert genüsslich an einem Strauch.

Hallo!

Wir setzen unsere Fahrt fort und halten weiter Ausschau. Als nächstes sehen wir eine Nilpferd-Mama mit ihrem Jungen durch den Wald spazieren. Wir beobachten sie eine Weile und irgendwann überqueren sie vor uns die Straße und verschwinden wieder in den Weiten des Parks.

Drei der Big Five (Elefant, Nashorn, Löwe, Büffel und Leopard) haben wir auf unserer Safari im Gondwana Game Reserve bei Kapstadt im letzten Jahr schon sehen dürfen. Büffel und Leopard fehlten noch. Einen können wir jetzt abhaken, denn eine ganze Herde Büffel überquert vor uns die Straße.

Büffel im Krüger Nationalpark

Die Rinder halten uns eine Weile auf. Wenn immer es aufhört zu regen, werden die Tiere aktiv und ziehen weiter. Genau während so einer Trockenphase erhaschen wir einen Blick auf drei Geparden, die faul im Gras herumliegen. Was für ein Gefühl, diese Tiere so nah und ohne Zaun zu erleben.

Finde die Geparde! :)

Gepard im Krüger Nationalpark

Auch die Elefanten scheinen sich nicht wirklich am Regen zu stören. Wir entdecken zwei Tiere in einiger Entfernung, die gerade Bäume anknabbern. Wir fahren ein Stück weiter und einfach so steht da ein Elefant auf der Straße. Verrückt! Der Dickhäuter lässt sich von uns nicht stören und so haben wir ausreichend Zeit, ihn zu bewundern. Er läuft ein bisschen die Straße entlang und wechselt dann die Seite. Auch hier lässt er uns ziemlich nah heranfahren, ohne sich zu beschweren. Auf jeden Fall hat er uns bemerkt, scheint aber ein entspannter Zeitgenosse zu sein. Dylan erklärt uns, dass die Elefanten entscheiden, ob und wie nah sie einen Menschen an sich heranlassen und dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Sie können schon mal mit ihrem Rüssel ein Auto zum Umkippen bringen. Zuvor machen sie sich allerdings durch Laute bemerkbar. Dieses Warnsignal sollte man ernst nehmen und sich schnell entfernen.

Elefant im Krüger Nationalpark

Elefant im Krüger National Park

Nach guten 4 Stunden kehren wir um. Es war ein fantastischer Start in den Tag mit super Erklärungen von Dylan. Wir haben trotz des schlechten Wetters sooooo viel gesehen. Es war einfach unglaublich! Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten wird für mich immer etwas ganz Besonderes sein. Auf dem Rückweg entdecken wir noch einmal ein paar Giraffen die sich über ein Büffelskelett hermachen. Sie zerkauen die Knochen und holen sich das Calcium.

Zurück in der Turaco Lodge gibt es Frühstück zum Mittagessen. 😉 Müsli mit Joghurt und Granatapfel, French Toast und selbstgebackene Scones warten auf uns. Wir lassen es uns schmecken und danach verzeihen wir uns für ein Mittagsschläfchen. Die Tiersuche macht müde.

Frühstück in der Turaco Lodge

Am Nachmittag entscheiden wir uns noch einmal auf eigene Faust mit dem Mietwagen in den Park zu fahren. Dafür können wir unsere Eintrittskarte vom Vormittag nutzen. Wir fahren wieder zum  Crocodile Bridge Gate, wo eine Brücke über den Crocodile River führt. Dort sehen wir einen Nilpferd und das zum ersten Mal außerhalb des Wassers. Bislang habe ich sie nur mit Augen und Ohren aus dem Wasser schauend gesehen. Hier läuft es rum und frisst gemütlich. Wir schauen uns auch das Crocodile Bridge Camp an. Hier kann man auch direkt im Park übernachten. Da die Unterkünfte sehr einfach sein sollen, haben wir uns für Marloth Park entschieden. Außerdem muss man weit im Voraus reservieren.

Mit dem Mietwagen bleiben wir an diesem Nachmittag auf den befestigten Hauptstraße, aber auch hier lassen die Tiere nicht lange auf sich warten. Ein Giraffenselfie muss sein. Später sehen wir auch noch ein Warzenschwein und Elefanten. Ich könnte ewig hier bleiben.

Am Abends werden wir wieder mit Danielles Kochkünsten verwöhnt. Zusammen mit einem französischen Pärchen sitzen wir alle zusammen und verbringen einen schönen Abend am Lagerfeuer, für uns leider der letzte. Schon morgen geht es durch den Krüger Park weiter nach Hazyview.

Am Morgen weckt uns ein Gelbschnabeltoko und nach einem weiteren köstlichen Frühstück müssen wir leider weiterziehen. Am Gate von Marloth Park haben sich ein paar Zebras versammelt um uns zu verabschieden. 😉 Wir fahren Richtung Malelane, denn am Malelane Gate wollen wir heute in den Park stechen.

Am Gate zahlen wir, wie am Vortag, wieder 280 Rand Eintritt pro Person. Eine Wild Card lohnt sich erst ab dem 8. Besuch. Es dauert nicht lange, da kreuzt der erste Elefant unseren Weg. Er soll nicht der letzte bleiben. Heute ist es trocken und so befahren wir auch ein paar Schotterpisten. Mit unserem Mietwagen (ein normaler Mittelklassewagen von billiger-mietwagen.de) kein Problem. Den ganzen Vormittag über sehen wir Herden von Elefanten, darunter auch Jungtieren. Wir versuchen Abstand zu halten, aber sie laufen direkt an unserem Auto vorbei. Es macht so viel Spaß, die Kleinen zu beobachten, wie sie noch etwas wackelig auf den Beinen durch die Gegend stolpern, sich in Sträuchern verheddern und von den Großen angeschoben werden.

Im Krüger Nationalpark

Außerdem entdecken wir ein Nashorn, das seinen Körperumfang etwas falsch einschätzt und versucht sich hinter einem Baum zu verstecken. 😉 In Afsaal machen wir Pause, vertreten uns die Beine, essen ein Eis und entdecken eine Tafel, die uns verrät, wo welche Tiere zuletzt gesichtet worden sind. Auf der Strecke zum Numbi Gate sollen sich an zwei Stellen Löwen aufhalten. Das klingt spannend, also weiter geht es.

Ich seh' dich!

Nach einer Büffelherde und weiteren Elefanten kommen wir an eine Stelle, an der sich schon Autos sammeln. Ein schlafender Löwe liegt im Schatten eines Baumes und ist kaum zu erkennen. Nur sein Ohr wackelt ab und an einmal. Aber immerhin, unser erster Löwe im Krüger Nationalpark! Wir folgen der Straße weiter Richtung Westen und eine weitere Autoansammlung macht uns auf 3 Geparde aufmerksam.

Am Numbi Gate verlassen wir den Krüger Park für heute und fahren Richtung Hazyview, wo wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage gewählt haben, um den Westen des Parks zu erkunden.

Unterwegs im Krüger Nationalpark

Fazit

Wir hatten bei Danielle und Tony den perfekten Start in unser Krüger Park-Abenteuer. Hier wurden wir herzlich aufgenommen, mit allen wichtigen Infos und interessanten Geschichten zum Busch versorgt. Für Dylans Begleitung bei unserer ersten Fahrt in den Krüger Park waren wir ebenfalls sehr dankbar. So konnten wir uns zunächst einen Überblick verschaffen, bevor wir dann auf eigene Faust losgezogen sind. Und mit seinem Geländewagen konnte er auch die unasphaltierten Strecken befahren, die wir mit unserem Mietwagen bei dem Regen nicht geschafft hätten. Mit Marloth Park haben wir eine gute Wahl getroffen. Mal abgesehen davon, dass es selbst schon ein eigenes kleines Wildreservat ist und wir hier die ersten Tiere antreffen konnten, liegt es günstig zwischen den beiden südlichen Krüger Park Zufahrten. Zum Crocodile Bridge Gate sind wir 30 Minuten gefahren und zum Malelane Gate 40 Minuten.

Wichtige Infos

Achtung, der südliche Zugang zum Krüger Nationalpark ist der beliebteste. In der Hochsaison (November bis Februar) kann es zu langen Wartezeiten kommen. Zudem tummeln sich dann viele Autos um ein Tier. Aus diesem Grund haben wir unseren Besuch auf März gelegt. In Verbindung mit dem schlechten Wetter gab es für uns keine Wartezeiten. Beim Einfahren werden die Personalien aufgenommen und die Reisepässe müssen vorgezeigt werden.

Vorbereitungen

Über Malaria-Prophylaxe, Mückenschutz, Impfungen und die richtige Kleidung habe ich hier einen gesonderten Beitrag geschrieben.

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One Comment

  1. Maria Potthoff

    Bin leider jetzt erst auf deinen Blog aufmerksam geworden 🙁 Wundervoller Bericht, jetzt freue ich mich umso mehr auf meine Reise zum Krüger Nationalpark! Danke für die tollen Tipps, jetzt fühle ich mich schon viel besser vorbereitet 🙂 Ganz liebe Grüße 🙂

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