„Ihr fahrt nach Tallahassee? Hättet ihr mal lieber Jacksonville besucht.“ Das hören wir nicht nur einmal auf unserem Roadtrip durch Florida. Aber irgendwie gehört ein Besuch der Hauptstadt des Sunshine States dazu. Ursprünglich war nur eine Übernachtung auf dem Weg von New Orleans nach Orlando geplant. Es hat sich dann ergeben, dass wir zwei Nächte in Tallahassee verbringen und wir bereuen es nicht! Es scheint als wären nur wir in der einzigartigen Natur des Wakulla Springs State Parks unterwegs. Hier schreibe ich über unsere Unternehmungen rund um Tallahassee:

Kajakfahrt auf dem Wakulla River

30 Minuten von Tallahassee entfernt, liegt der Kajakverleih T-n-T Hide-a-Way am Wakulla River. Wir laden die Kajaks auf’s Auto und fahren den Fluss 3 Meilen aufwärts. Dort lassen wir die Kajaks ins Wasser, um uns flussabwärts fast nur treiben zu lassen. Kaum auf dem Kajak bin ich total verzaubert: Sumpflandschaft, mit Spanischem Moos behangene Bäume, Sumpfzypressen und absolute Ruhe!

Kajaken auf dem Wakulla River
Diese Kajakfahrt ist gut für die Seele und genau das richtige nach den turbulenten Tagen in New Orleans. Manatis, Alligatoren, Vögel und jede Menge Schildkröten soll man auf der Tour sehen können. Seekühe entdecken wir leider nicht. Die treiben sich noch im Golf von Mexico rum und kommen erst zu den Frischwasserquellen, wenn es kälter wird. Dafür kommen wir in die „Turtle-Happy-Hour“, wie sie unser Guide nennt, weil ganz viele Schildkröten auf den Ästen liegen. Ab und an lässt sich mal einer ins Wasser plumpsen, was ziemlich lustig aussieht. Irgendwann können wir das „Blubb“ schon einordnen; da ist wieder eine Schildi baden gegangen. 🙂

Alligatoren sehen wir zunächst auch nicht, und darüber bin ich wirklich nicht traurig. Schon der Gedanke, dass sie hier irgendwo rumlungern, macht mich etwas nervös. Aber dann entdecken wir doch einen und der ist dann auch gleich ein richtiges Schwergewicht. Mir wird echt ein bisschen mulmig. Mit ausreichend Abstand müssen wir ihn uns aber schon mal ein bisschen anschauen. Der guckt uns an! Unser Guide erklärt uns, dass Krokodile keine Menschen angreifen. Es kommt schon mal vor, dass sie einen kleinen Hund fressen, aber kein Menschen. Sehr beruhigend. 😉 Nach fast drei Stunden kommen wir wieder beim Kajakverleih an. Ich hätte auch einfach weiterpaddeln können, doch es gibt noch mehr zu entdecken.


Wakulla Springs State Park

Ebenfalls eine halbe Stunde von Tallahassee entfernt liegt der Edward Ball Wakulla Springs State Park in dem sich eine der größten und tiefsten Süßwasserquellen der Welt befindet. Für $6 pro Pkw erhält man Zutritt für einen Tag. Mit kleinen Elektrobooten fährt man 45 Minuten durch die einmalige Landschaft. Nicht umsonst wird diese Tour auch Jungle Boat Tour genannt. Die Kulisse wurde schon für viele Filme genutzt, auch Tarzan wurde hier gedreht.

Neben den beeindruckenden Sumpfzypressen an denen das Spanische Moos herabhängt (die haben es mir am meisten angetan) gibt es jede Menge Vögel und Alligatoren zu sehen. Die Bootstour kostet gerade einmal $8 pro Person und ist absolut empfehlenswert! Ein Teil der Quelle ist zum Baden freigegeben.

Wakulla Springs State Park

Unweit vom Bootsanleger steht die Wakulla Springs Lodge, ein prächtiger Bau aus den 30er Jahren. Hier kann man direkt im Park übernachten. Uns wurde die gute Küche empfohlen und so genießen wir unseren wirklich ausgezeichneten Lunch und können die Empfehlung nur weitergeben.


Mission San Luis

In Floridas Apalachee-Spanish Living History Museum in Tallahassee gibt es Geschichte zum Anfassen. Von 1656 bis 1704 lebten hier bis zu 1.500 Apalachee-Indianer und spanische Siedler zusammen. Teile der alten Gebäude, wie das Versammlungshaus der Apalachee, wurden rekonstruiert.

Man schlendert über das großzügige, grüne Gelände und bekommt ein Gefühl dafür, wie sich das Leben in der Mission gestaltete. Wir schauen dem Schmied bei seiner Arbeit über die Schulter und ich bekomme einen rostigen Nagel geschenkt! 😉


Besuch beim SchmiedEine spanische Frau und der Mönch erzählen von ihrem Alltag. Gut 2 Stunden sollte man für den Besuch im lebendigen Museum einplanen. Vorallem am Wochenende und zu besonderen Veranstaltungen regt sich hier buntes Treiben mit Bogenschießen etc. Der Eintritt kostet 5 Dollar pro Person. Mehr Infos unter: www.missionsanluis.org


Canopy Roads

Nachdem ich es im Reiseführer gesehen habe, war ein Bild der überdachten Straßen ein Muss. Die mit Moos bedeckten Äste alter Eichen ragen über die Straßen und bilden einen natürlichen Tunnel. Bei Visit Tallahassee findet man eine Auflistung der Canopy Roads, die zu einem Scenic-Drive gehören und kann sich auch ein PDF herunterladen. Auf der Miccosukee Road sind dieses Bilder entstanden:

CanopyRoad4

Canopy Road, Tallahassee

Unser Hotel

Wir übernachten im Aloft Tallahassee Downtown, einem jungen, stylischen Hotel. In der großen bunten Lobby mit Bar, Cafeteria und Billardtisch stehen gemütliche Sofas. Die Zimmer sind neu und modern eingerichtet. Am großen Pool stehen gemütliche Loungemöbel, an denen abends ein Feuer angezündet wird.

Fazit

Tallahassee ist eine Reise wert! Hier gibt es die richtige Mischung aus Südstaaten-Flair und Natur. Die ruhige Kajaktour auf dem Wakulla River hat mir besonders gut gefallen. Der Wakulla State Park ist klein, aber fein. Die Bootstour durch die einmalige Landschaft ist eine Muss! Mich hätten noch verschiedene Märkte (immer donnerstags kommen Food Trucks in die Stadt), die Florida State University und die Restaurants im Market District interessiert. Naja, vielleicht beim nächsten Mal!

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